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Die Tragödie Jesus

 

Wenig verstehen die Tragödie Jesus und der Grund weshalb die Juden es ablehnten Ihn als erwarteter Messias anzuerkennen: Er lehnte es ab ein jüdisches Reich einzurichten, denn wie er es offenbarte ist das Reich Gottes „nicht von dieser Welt" (Johannes 18,36). Somit ist ein jüdischer Gottesstaat ebenso zu verurteilen wie ein christlicher oder moslemischer.

Gott gehört in der Tat allen Gläubigen. Die Staaten hingegen sind für ihre Staatsbürger unabhängig von ihrem Glauben bestimmt.

Zionismus gegen Judentum

Die Tragödie Jesus ist der Zionismus, die Politisierung des Judentums. Hier liegt das Problem!

Das Wesen des Judentums ist geistig. Dieser Glaube begann vor 4000 Jahre mit Abraham. Der Schöpfer offenbarte sich ihm, um sich durch ihn allen Menschen bekannt zu machen. Die göttliche Absicht war nicht eine enge jüdische politische Bewegung zu gründen, sondern die Erkenntnis des einzigen Gottes zu verbreiten.

Während den Jahrhunderten hat der Zionismus das Judentum erstickt und es sogar zu einem jüdischen Nationalismus reduziert. Die Hebräer meinten sie müssen ihren Glaube durch die Gründung eines nationalen Staates zum Ausdruck bringen. Ist das Judentum ein Glaube oder ein Staat? Beide sind in der Vorstellung Gottes nicht vereinbar. Die ganze Tragödie liegt hier.

Geschichte der Politisierung des Judentums

Das Judentum bekam im XI. Jahrhundert vor J.C. nach Einzug der Israeliten in Palästina eine politische Wende. Bereits zu jener Zeit wollte die jüdische Gemeinschaft ein Königreich werden: „Die Israeliten sagten zu Gideon: Werde unser Herrscher, du und auch dein Sohn und dein Enkel..."; Gideon antwortete: „Ich will nicht über euch herrschen, und auch mein Sohn soll nicht über euch herrschen; der Herr soll über euch herrschen" (Richter 8,22-23). Gideon verstand die Gefahr einer politischen Dynastie und lehnte dieses Vorhaben ab, indem er, wie Jesus später auch, bekräftigte, dass Gott der einzige König ist.

Ein zweiter Versuch wurde ein Jahrhundert später unter Samuel unternommen. Dieses Mal wurde ein jüdisches Königreich mit Saul als erster König errichtet. Dies geschah gegen den ausdrücklichen Willen Gottes und des Propheten Samuel. In der Tat betrachtete sich Gott durch die Juden entthront und sagte zu Samuel: „...Nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen: Ich soll nicht mehr ihr König sein" (1 Samuel 8,7).

Nach der Krönung Sauls lud Samuel die israelitische Gemeinschaft zur Reue ein. Sie sollten ihre Schuld, einen Mann als König gewählt zu haben, bekennen: „Bekennt, wie gross euer Unrecht in den Augen des Herrn ist, dass ihr dadurch begangen habt, dass ihr für euch einen König verlangt habt" (1 Samuel 12,17). Und die Juden bekannten: „Wir haben all unseren Sünden noch die Bosheit hinzugefügt, einen König für uns zu verlangen" (1 Samuel 12,19). Die Politisierung des Judentums wurde so von Anfang an durch diejenigen, die sie herbeigeführt haben, verurteilt.

Viele Jahrhunderte später erinnerten die Propheten die Juden an ihre Abirrung zur Politik. Gott sagte zum Propheten Hosea: „Sie (die Israelis) setzen Könige ein, aber gegen meinen Willen; sie wählen Fürsten, doch ich erkenne sie nicht an" (Hosea 8,4). Er sagte weiter: „Ich vernichte dich, Israel. Wer kommt dir zu Hilfe? Wo ist denn dein König, der dich retten könnte, dich und all deine Städte? Wo sind deine Regenten, von denen du sagtest: Gib mir einen König und Fürsten! In meinem Zorn gab ich dir einen König, in meinem Groll nahm ich ihn weg""(Hosea 13,9-11).

Und in der Tat wurde das Königreich durch die Eroberung der Babyloner unter dem König Nebukadnezzar vernichtet. Der Tempel Salomos wurde im Jahre 586 vor Chr. zerstört und die Juden wurden nach Babylonien deportiert. Dem Königreich in Israel wurde ein Ende gesetzt (2 Könige 25,9 / 2 Chronik 36,17-21).

Die Israelis hatten von nun an die Nostalgie des Königreichs und vergassen dabei völlig, dass Gott der einzige König ist. Während den Jahrhunderten nach der babylonischen Eroberung versuchten die Israeliten oft das Königreich in Israel wiederherzustellen. Sie sahen im Messias die einzige Person, die fähig wäre das Königreich Davids wiederherzustellen. Dieses irdische Königreich wurde ihre Zwangsvorstellung. Wie der alte Simeon und Anna erwarteten sie gespannt „auf die Rettung Israels" und „auf die Erlösung Jerusalems" (Lukas 2,25-28).

Im ersten Jahrhundert vor Chr. halfen die Römer den Juden ein Königreich unter ihrer Kontrolle zu errichten. Der erste König war Herodus der Grosse. Er genoss aber nicht die Unterstützung des Volkes, denn er war nicht ein Nachfolger Davids, sondern der Makkabäer (Stamm Levis). Zudem war Herodus ein Agent der Römer, die ihn einsetzten, um die Juden, die nach einem Königreich trachteten, zu beruhigen.

Die Juden aber wollten ein unabhängiges Königreich unter der Führung der Dynastie Davids. Sie wollten eine Rebellion gegen Herodus und die Römer provozieren und so dieses Königreich wiederherstellen. Sie meinten die Aufgabe des Messias bestünde darin, dieses Königreich durch einen Aufstand der Juden gegen die Römer wiederherzustellen. Diese wachsende Sehnsucht nach einem israelischen Reich überschattete die geistige Dimension des Judentums völlig.

Der Messias wurde nur erwartet, um Israel durch militärische Mitteln zu „retten" im Hinblick auf die Wiederherstellung eines umfangreichen jüdischen Reichs, eines „Gross Israel" wie zu Zeiten Salomos.

Johannes der Täufer

Als die Nationalisten die Angriffe Johannes der Täufer gegen Herodus sahen, dachten sie er sei der Messias und eine grosse Menge folgte ihm nach. Er aber sagte zu ihnen, dass ein anderer, ein mächtigerer und wichtigerer als er erscheinen werde (Matthäus 3,11/ Johannes 1,26-37). Für Johannes der Täufer konnte aber dieser Messias, der nach ihm kommen sollte und Israel befreien sollte nur ein Kriegsmann sein. Sogar Johannes konnte die Haltung Jesus nicht verstehen. Deshalb „hörte er im Gefängnis von den Taten Christi. Da schickte er seine Jünger zu ihm und liess ihn fragen: Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten?" (Mat 11,2-3). Er erwartete, dass Jesus das Volk versammle und zum Aufstand vorbereitete. Diese „Taten" von denen er hörte waren hingegen diejenigen eines barmherzigen Menschen, der verzeiht, und eines Heilers, nicht eines revolutionären Juden. Diese geistigen Taten konnten die Nationalisten und unter ihnen auch Johannes nicht befriedigen.

Deshalb sandte Johannes  der zwar an Jesus als göttlicher Gesandte nicht zweifelte - seine Jünger, um Ihn zu fragen ober Er der erwartete Messias sei oder ob „ein anderer (der als Messias der Aufstand führen werde) zu erwarten" sei. Er hatte die geistige Dimension der Befreiung noch nicht verstanden. Deshalb sagte Jesus, dass Johannes der Täufer aufgrund seiner materiellen Vorstellung des Reichs, kleiner als der Kleinste im Himmelreich sei, denn dieser hat die innere Dimension des Reichs in der Seele verstanden, Johannes aber nicht (Mt 11,2-11).

All diejenigen, die diese geistige Dimension des Reichs Christi heute noch nicht verstehen, erwarten immer noch diesen „anderen Messias", um das politische Reich in Israel wiederherzustellen.

Jesus

Als Jesus kam, hatten die Juden die geistige Vorstellung des Heils bereits vergessen. Die Besten unter ihnen verstanden es auf politische Weise. Sie meinten der Messias müsse aus einer hochrangigen oder einer reichen und mächtigen Familie in Jerusalem stammen, um fähig zu sein das Volk zum Kampf zu mobilisieren. Jesus hingegen kam aus einer demütigen und bescheidenen Familie aus dem entfernten Dorf Nazaret: „Aus Nazaret? Kann von dort etwas Gutes kommen?" (Johannes 1,46).

Ein armer Zimmermann konnte die hochmütigen Erwartungen der Israelis nicht überzeugen. Seine wichtigste Aufgabe bestand darin, das Judentum durch die Befreiung von der Politik in seiner ursprünglichen Reinheit wiederherzustellen: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt" hatte Er gesagt (Johannes 18,36). Gott hat durch Jesus sein Thron im Herzen der Menschen zurückerobert. Dieses Reich ist offen für alle Menschen guten Willens in der ganzen Welt und ist nicht auf die Juden beschränkt.

Jesus erschien und sprach vom Reich Gottes. Die Juden glaubten an ihn als sie seine Wundertaten sahen. Sie sahen aber in ihm der erwartete politische und militärische Retter. Anstatt auf seine Einladung zur Reue einzugehen, reagierten sie auf seine Wunder mit nationalistischen Absichten.

Sie wollten Ihn zwingen politischer König Israels zu werden. Er sollte das jüdische Königreich Davids wiederherstellen, denn Er war Nachkomme Davids. Johannes offenbart in seinem Evangelium, dass die Juden nach der Brot Vermehrung tatsächlich an Jesus glaubten, denn sie sagten: „Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll". Ihre Reaktion war aber nicht geistig, denn Johannes fährt fort und sagt: „Da erkannte Jesus, dass sie kommen würden, um Ihn in ihre Gewalt zu bringen und zum König zu machen. Daher zog Er sich wieder auf den Berg zurück, Er allein" (Johannes 6,14-15).

Wir müssen festhalten: Sie wollten kommen, „um Ihn in ihre Gewalt zu bringen und zum König zu machen. Aber Er zog sich zurück". Die Juden kamen nicht, um Ihm das Königreich anzubieten, sondern wollten es Jesus aufdrängen. Er hatte keine andere Wahl: die Flucht vor einer Tat, die seine Mission verraten hätte. Hatte Er nicht dieses, Ihm vom Teufel dargebotene Reich, bereits abgelehnt? (Mat 4,8-10).

In diesen Versen wird die Tragödie Jesu offensichtlich, denn nachdem Jesus in Seiner Ablehnung des Königreichs Israel beharrte, haben die Juden es abgelehnt Ihn als Messias anzuerkennen.

Die Nationalisten waren böse auf Jesus und fanden Ihn nicht patriotisch, denn Er hatte seine Macht Wundertaten zu vollbringen nicht im Dienste der Nation und des Thrones getan. Deshalb beschuldigten sie Ihn "das Volk in die Irre" zu führen (Johannes 7,12). Aufgrund seiner Worte und Taten hatten die Juden falsche Hoffnungen auf eine nationale Wiederherstellung: „Wir aber hatten gehofft, dass Er der sei, der Israel erlösen werde" (Lukas 24,21). Als die jüdischen Führer sahen, dass Er ihre nationalen Erwartungen nicht erfüllte, kamen sie zum Schluss, seine Wunder seien durch die Macht Satans vollbracht (Johannes 10,20/ Mat 12,24-28). Sie erreichten schlussendlich ihr Ziel Jesus zu kreuzigen, denn Er begeisterte die Menge und wurde somit zu einem Hindernis für die Erfüllung ihrer politischen und nationalistischen Ziele (Johannes 7,37-52/ 12,10-11).

Jesus war aber nicht der erste Jude der es abgelehnt hatte ein israelisches Königreich zu errichten, weil ein solches Reich gegen den Willen Gott war. Gideon, Samuel und Gott selbst hatten sich klar gegen ein solches Reich ausgesprochen, denn „Gott allein ist König".

Jesus hatte grosse Mühe sein geistiges Reich auch seinen engsten Freunden zu erklären. Öfters hatte Er seine Apostel auf seine Kreuzigung und nicht auf den Kampf gegen Herodus und die Römer vorbereitet. Das Reich von welchem Er sprach hatte nie einen politischen Aspekt und seine Rede war nie diejenige eines Nationalisten. Er sprach nie vom Königreich Davids, sondern vom Himmelreich. Sie wollten beispielsweise von Ihm hören: „Volk Israels, ihr die stolzen Nachkommen Jakobs und die Erben des Landes, folgt mir nach, zögert nicht die Waffen zu nehmen und das Land eurer Vorfahren zu befreien usw...". Seine Rede war im Gegenteil: „Selig die Armen im Geiste, denn ihnen gehört das Himmelreich, selig die Sanftmütigen... selig die Barmherzigen... (Mat 5,1-12)... Das Himmelreich gleicht einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker gesät hatte... (Mat 13,24)... Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen..." (Mat 5,43-45).

Zu den Pharisäern, die Ihn fragten „wann das Königreich Gottes kommen werde" (sie meinten damit das Königreich Davids), antwortete Jesus: „Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es berechnen könnte. Auch wird man nicht sagen: Siehe, hier! Oder: Dort! Denn siehe, das Reich Gottes ist in euch" (Lukas 17,20-21). Das Reich ist also im Innern des Menschens und man sollte also kein äusseres mehr erwarten. Niemand in Israel erwartete ein solches Reich oder ein solcher Messianismus. Die nationalistische Bewegung hatte alle Juden und auch die Apostel verführt.

Um dieses göttliche Reich zu errichten, musste das Idol des politischen Messias zerstört werden. Jesus wusste, dass dies nur um den Preis seines Todes erreicht werden konnte. Er bereitete also seine Apostel auf dieses tragische Ende vor: „Der Menschensohn wird in die Hände der Menschen überliefert werden, und sie werden ihn töten". Als sie das hörten „wurden sie sehr traurig" (Mat 17,22-23), denn sie glaubten, Er sei der unbesiegbare nationalistische Messias. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass Jesus besiegt und getötet werde, ohne den Thron Davids und seine Dynastie wiederherzustellen.

Obwohl Jesus drei Jahre mit den Aposteln blieb, war es für sie sehr schwierig die geistige Dimension des Reiches zu verstehen. Nach seiner Auferstehung konnten sie Ihn sehen und „während vierzig Tagen erschien Er ihnen und sprach zu ihnen vom Reich Gottes" (Apg 1,3). Trotzdem glaubten sie immer noch an das politische Reich und fragten Ihn gleich vor seiner Himmelfahrt: „Herr, wirst du in dieser Zeit das Reich für Israel wieder aufrichten?" (Apg 1,6). Erst beim Empfang des Heiligen Geistes begannen sie die Absicht des Meisters zu verstehen (Apg 1,7-8/ 11,15-18/ 15,7-11).

Jesus wollte die Vorstellung eines zionistischen Messias in der Mentalität seiner Apostel durch diejenige eines geistigen und weltweiten Messias ersetzen. Dazu musste Er eine heikle und subtile Beschwörung vollbringen. Er wartete zwei Jahre bevor Er mit dieser schwierigen Aufgabe begann. Zuerst musste Er ihren Glauben an Ihn als Messias sicherstellen. Er musste durch seine Wunder seine Macht offenbaren, um dadurch ihr Vertrauen zu gewinnen (Johannes 2,11/ 6,14). Auf diese Art glaubten sie in der Tat an Ihn (Johannes 2,11 / Johannes 6,14). Erst dann fragte Er sie: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?" Petrus alleine hatte den Mut zu antworten: „Du bist der Messias!" Jesus lobte ihn für diese Antwort und sagte ihm sie wurde ihm von Gott selbst offenbart (Mt 16,15-17). Der erste Schritt wurde also getan: die Apostel glaubten, dass Er der Messias ist. Allerdings war Jesus für Petrus und die anderen Apostel der nationalistische Messias, der Retter der israelischen Nation; Er ist der Messias, ja, aber der kriegerische Messias. Als Jesus verhaftet wurde, trug Petrus noch das Schwert (Johannes 18,10-11).

Der zweite, schwierigste Schritt bestand darin, ihnen den geistigen Messianismus, den sie nicht einmal erahnen konnten, zu offenbaren. Nachdem Jesus den Glauben an Sich garantiert hatte, offenbarte Er sein wahres Gesicht: der geistige, nicht nationalistische Messias. Er tat dies indem Er ihnen für das erste Mal mitteilte, dass Er in kürze getötet werde. Er offenbarte dieses tragische Ende erst am Tag, an welchem sie Ihn als Messias offen anerkannt hatten und nicht früher: „Von da an begann Jesus, seinen Jüngern zu erklären, er müsse vieles erleiden; er werde getötet werden" (Mat 16,21). In anderen Worten: Ja, Ich bin der Messias! Aber Ich werde das politische Reich nicht wiederherstellen. Damit ihr dies versteht, werde Ich getötet werden.

Auf spontaner Weise verwarf Petrus diese unerwartete Aussage: „Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe; er sagte: Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht mit Dir geschehen!" Petrus erhielt dadurch von Jesus einen strengen Verweis : Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Du willst mich zu Fall bringen; denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen" (Mat 16,21-23). Die Reaktion Petrus ist darauf zurückzuführen, dass die Apostel sich nicht vorstellen konnten, dass der Messias, der zukünftige König Israels und der Retter der Nation an einem Kreuz, wie ein gemeiner Krimineller, enden würde. Sie sahen Ihn bereits auf dem Thron Israels mit dem Beginn einer neuer Dynastie Davids. Der Messias, der König Israels soll auf einem Kreuz sterben?! Nie! Er, der Herodus entthronen und die Römer vertreiben sollte! Deshalb „verstanden die Jünger den Sinn seiner Worte nicht; er blieb ihnen verborgen, so dass sie ihn nicht begriffen" (Lukas 9,44-45).

Die Apostel mussten sich durch den Meister einer echten „Gehirnwaschung", einer „Taufe" unterziehen. Nur auf dem Kreuz konnte der Meister dies vollbringen. Ihre Vorstellung eines zionistischen Messias musste sterben. Jesus musste sterben, ohne zuvor das israelische Reich eingesetzt zu haben. Dann würde ihr Glaube an Ihn als geistiger und weltweiter, und nicht als nationalistischer Messias wie sie es glaubten, weiterleben; dies konnten sie in der Tat erst später nach der Kreuzigung verstehen.

Deshalb hat der Tod Jesu das zionistische Götzenbild zerstört. Durch Seinen Tod triumphierte Jesus über den tödlichen Nationalismus: „Ich habe die Welt besiegt", sagte Jesus am Vorabend seiner Kreuzigung (Johannes 16,33).

In der Tat, glaubten die Apostel nach dem Tode Jesus weiterhin an Ihn als Messias. So entdeckten sie die geistige und weltweite Dimension des Heils. Gott war nicht mehr das Monopol der Juden. Seither gehört Er der ganzen Welt: „Ist denn Gott nur der Gott der Juden, nicht auch der Heiden? Ja, auch der Heiden" (Römer 3,29). Aber die engstirnigen Nationalisten „nahmen an Jesus Anstoss" (Mat 11,6). Er war für sie ein „Stein des Anstosses" (Römer 9,30-33): sie waren schockiert durch Seinen mangelnden „Patriotismus" und lehnten Ihn ab.

Man muss unterscheiden zwischen einem im Namen des Glaubens entstandenen religiösen Nationalismus  der ausdrücklich von Gott verworfen wird  und einem legitimen Patriotismus, der unabhängig vom Glauben ist.

Man sollte sich merken, dass der zionistische Messias jeder materialistischer und herrschsüchtigen Geist darstellt. Dieser Geist hat unzählige Christen im Laufe der Jahrhunderte verführt. Diese haben von der Kreuzigung Christi nichts verstanden. Alle Materialisten folgen dem Geist des zionistischen Messias und sterben in ihrer Sünden. Es ist der Fall der Juden, die es in der Vergangenheit und auch noch heute ablehnen an Jesus zu glauben (Johannes 8,21-24). Jesus richtet diese Worte heute noch an alle: „Wenn ihr nicht glaubt, das ich bin, werdet ihr in euren Sünden sterben" (Johannes 8,21-24).

Judas

Judas Iskariot, der sogennante Apostel, der Jesus verriet, ist Jesus nie aus geistiger Überzeugung, sondern aus materiellem Interesse gefolgt. Dies geht deutlich aus den Worten Johannes über ihn hervor: „Er war ein Dieb; er hatte nämlich die Kasse und veruntreute die Einkünfte" (Johannes 12,6).

Judas dachte Jesus sei der nationalistische Messias. Seine einzige Ambition war die Wiederherstellung des Königreichs Davids durch Jesus. Er strebte nach einer ehrenhaften Position (z.B. Finanzminister). Die Wunder und Reden Jesu waren ihm völlig gleichgültig. Er sah darin nur einen Weg, um das politische Reich wiederherzustellen und seine eigenen materialistischen Ambitionen zu befriedigen.

Seine versteckte Gleichgültig gegenüber den Taten und Worten Jesu lässt sich aus dem Urteil des Meister über ihn ableiten. Nach dem Wunder der Brotvermehrung und seiner Rede über das Brot des Lebens sagte Er: „Aber es gibt unter euch einige, die nicht glauben. Jesus wusste nämlich von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde... Daraufhin zogen sich viele Jünger zurück und wanderten nicht mehr mit ihm. Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt auch ihr weggehen? Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens... Jesus erwiderte: Habe ich nicht euch, die Zwölf, erwählt? Und doch ist einer von euch ein Teufel. Er sprach von Judas, dem Sohn des Simon Iskariot; denn dieser sollte ihn verraten: einer der Zwölf" (Johannes 6,64-70).

Es wäre für Judas besser gewesen, wenn er wie die anderen Ungläubigen, zu diesem Zeitpunkt gegangen wäre. Der Grund weshalb er unter den Zwölf blieb war einzig und immer seine Hoffnung auf die Verwirklichung materieller Ambitionen. Als er schlussendlich verstand, dass Jesus das politische Reich nicht einsetzen werde, und er somit nichts mehr von ihm gewinnen konnte, entschloss er sich Ihn zu verraten (Johannes 13,2).

Die materiellen Interessen hatten für Judas Vorrang vor allem anderen. Dies ist ersichtlich aus seinem Wunsch Jesus mit einem finanziellen Profit auszuliefern. Er ging zu den priesterlichen Verantwortlichen  die Jesus im geheimen verhaften wollten - und fragte sie: „Was wollt ihr mir geben, wenn ich euch Jesus ausliefere? Und sie zahlten ihm dreissig Silberstücke" (Mat 26,14-15).

Judas stellt die Tragödie Jesus dar.

Die Apostel nach der Kreuzigung

Die Emmaus-Jünger waren nach der Kreuzigung Jesus bestürzt und von seinem Tod enttäuscht. Denn sie sagten: „Wir aber hatten gehofft, dass Er der sei, der Israel erlösen werde" (Lukas 24,21). Sie erwarteten immer noch eine politische Befreiung.

Gerade vor seine Himmelfahrt „fielen sie (die elf Apostel) vor Ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel" (Mat 28,17). Was bezweifelten sie? Sie zweifelten daran, dass Jesus der Messias ist, denn Er hatte das Königreich Israel nicht wiederhergestellt. Deshalb fragten sie Ihn erneut zu diesem Zeitpunkt: „Herr, stellst Du in dieser Zeit das Reich für Israel wieder her?" (Apg 1,6).

Die Juden heute

Heute wiederholt sich die Tragödie Jesus mit dem Wiedererscheinen eines jüdischen Nationalismus, welches im Staat Israel verkörpert ist. Dieser Staat hat viele Christen verführt, die ihn trotz den Warnungen Jesus blind unterstützen: „Gebt acht, dass euch niemand irreführt!... Wenn ihr dann am heiligen Ort (Heilige Land, Jerusalem) den unheilvollen Greuel sieht... Gebt acht, dass man euch nicht irreführt! Lauft ihnen nicht nach!..." (Mat 24,4-15/ Lukas 21,7-8). Sie liefen ihnen aber nach!!

Wie ist es möglich die Juden und insbesondere die Zionisten unter ihnen zu überzeugen, dass Jesus von Nazareth der von ihnen erwartete Messias ist?

Wie kann man sie überzeugen, dass das von ihnen ersehnte Reich geistig und zugunsten der ganzen Menschheit ist?

Wie kann man sie überzeugen, auf den politischen Staat Israel, durch welcher sie über die Welt herrschen wollen, zu verzichten?

Selig diejenigen unter ihnen, die die Stimme des gekreuzigten Messias hören werden - der Einzige, der ihnen der wahre Frieden bringen könnte.

 

 

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