6. Das Leben des Propheten Mohammed [Zurück]

Manche Orientalisten werfen dem Propheten Mohammed die Vielzahl seiner Gattinnen und seiner Kriege vor. Wir werden die Gründe dieses Verhaltens, welches zu unserer Zeit unverständlich und für einen Propheten ungeeignet erscheint, darlegen.

Die Heiraten von Mohammed

Einer der Vorwürfe betrifft Mohammeds Heirat mit Zainab, der Tochter von Schahsch. Zainab war die Frau von Zaid, dem Adoptivsohn Mohammeds. Nach ihrer Scheidung heiratete sie Mohammed. Die Muslime bemühen sich nicht, um die beste Erklärung für diese Heirat zu geben, nämlich diejenige, welchen wir später geben werden und welche vollkommen zum Charakter und zum unbescholtenen Leben des Propheten Mohammed passt. In Wirklichkeit sind manche offizielle islamische Interpretationen über diese Hochzeit der Grund für die Abneigung der Orientalisten - und vieler Christen - gegenüber dem Koran und dem Propheten Mohammed. Die gelehrten Muslime interpretieren sie folgendermassen:

"Nach der Heirat von Zainab mit Zaid verweilte der Blick des Propheten auf Zainab und die Liebe zu ihr drang in sein Herz ein".

Diese Erklärung ist weder gewiss noch definitiv. Sie ist die Frucht einer besonderen Mentalität der arabischen Interpreten der damaligen Zeit. Die Suche im Bereich der Interpretation bleibt aber offen. Im Islam ist sie unter dem Namen "Ischtihad", was Anstrengung bedeutet, bekannt, denn man muss sich gemäss einer Vorschrift des Korans anstrengen die beste Interpretation zu finden. Das haben wir gemacht und wir glauben sie gefunden zu haben. Nach einer kurzen Darstellung des Lebens Mohammed werden wir darauf zurückkommen.

Mohammed wurde im Jahre 570 unserer Zeitrechnung in Mekka geboren. Er starb am 8. Juni 632. Sein Vater, Abdallah, starb einige Monate nach seiner Geburt und seine Mutter Amena starb als er ungefähr 5 Jahre alt war. Als Waise wurde er von seinem Grossvater, Abd-el-Mutalleb übernommen. Letzterer starb 3 Jahre später, und überliess ihn der Sorge seines Sohnes, Abi-Talib, des Onkels väterlicherseits, der ihn wegen seiner gradlinigen Lebensweise sehr liebte.

Abi-Talib ist der Vater von Ali, Mohammeds geliebten Cousin und treuer Freund des Lebens. Ali heiratete später Fatima, die Tochter Mohammeds. Abd-el-Mutalleb, Mohammeds Grossvater war eine angesehene Persönlichkeit der Familie Bani-Haschim vom Stamme der Quraisch von Mekka. Er hatte 10 Söhne, Abdallah (Vater von Mohammed), Abi-Talib (der Onkel, der ihn beherbergte und adoptierte), Hamza (der an Mohammed glaubte),und Abu-Lahab (der ihn bekämpfte).

Amena, Mohammeds Mutter war die Schwester von Waraka-ibn-Nofal, der bereits erwähnt wurde. Letztere war die Cousine von Chadidscha, der ersten Gattin von Mohammed. Mohammed verbrachte seine Jugend in Mekka und war bekannt für seine Ehrbarkeit, seine Sittsamkeit und die gradlinige Lebensweise. Er liebte die Einsamkeit und die Meditation und teilte die Vorliebe für das weltliche Leben mit anderen Jungen seines Alters nicht. Die Bewohner Mekkas nannten ihn den "Getreuen" (arabisch: "amin") wegen seiner Treue und Ehrlichkeit. Seine Liebe zu Gebet und Meditation führten ihn oft in Grotten in die Berge, die Mekka überragten, wo er der Lärm der Stadt floh, um die Suche nach der Geistigkeit zu vertiefen.

Dies hinderte ihn trotzdem nicht am kommerziellen Leben Mekkas teilzunehmen. Er beschäftigte sich mit Handelskarawanen, welche zwischen Jemen und Syrien verkehrten. Mohammed war bei seiner Cousine Chadidscha - die Witwe eines reichen Kaufmanns aus Mekka - angestellt, er führte ihre Handelskarawanen nach Syrien. Sie war durch seine Ehrlichkeit zur Zeit der Transaktionen angezogen und sandte ihm Abi-Talib (der Onkel Mohammeds, der ihn beherbergte), um mit ihm über Heirat zu sprechen. Mohammed akzeptierte. Er war 25 Jahre alt und Chadidscha war 40.

Die Heirat war bis zum Ende glücklich. Sie hatten 3 Knaben, die jung starben und 4 Mädchen: Rokaia, Zainab, Om-Chalthum und Fatima, die Mohammed sehr liebte.

Während seiner zahlreichen Reisen nach Syrien lernte Mohammed mehrere christliche Mönche kennen, darunter den berühmten Mönch Bohaira mit dem Mohammed eine tiefe Freundschaft verband. Bohaira bewunderte Mohammeds grosse Moral und er sprach oft von den Propheten und dem Messias. Auf diese Art bereitete Gott ihn bereits ohne sein Wissen auf eine grosse Mission vor.

Als Mohammeds Seele im Alter von 40 Jahren durch die innere Schau reif war, offenbarte sich ihm der Himmel. Als er allein in einer Grotte nahe Mekkas genannt „Harra" war, erschien ihm der Engel Gabriel. Als die Vision beendet war, eilte der Prophet beunruhigt zu Chadidscha, seiner Gattin, und berichtete ihr was geschehen war. Wir wiederholen die Geschichte wie sie von Bockhari erzählt wurde:

„Gabriel präsentierte sich mir und sagte: Lies (die Bibel). Ich antwortete: Ich kann nicht lesen (Mohammed war ungebildet). Der Engel nahm mich und beschützte mich bis ich meine Ruhe wiederfand, dann sagte er zu mir: Lies. Ich antwortete: Ich kann nicht lesen. Er nahm mich und beschützte mich ein zweites Mal bis ich meine Ruhe wiederfand und sagte zu mir: Lies. Ich antwortete: Ich kann nicht lesen. Er nahm mich und beschützte mich ein drittes Mal bis ich meine Ruhe wiederfand und sagte zu mir: Lies im Namen deines Gottes der alles schuf. Er schuf den Menschen aus Blutgerinne. Lies, denn Gott ist grosszügig. Und der Prophet kehrte mit diesen eingeprägten Worten, mit zitterndem Herzen zu Chadidscha zurück und berichtete ihr alles, was geschehen war. Er sagte zu ihr: Ich fürchtete um meine Person".

(Diese Verse befinden sich in Koran 96; Das Blutgerinne, 1-3)

Das war Mohammeds erste Vision. Er zitterte davor, wie vor ihm Moses, Jeremia, Daniel und andere Propheten gezittert hatten. Chadidscha entschloss sich, mit Mohammed zu Waraka-ibn-Nofal, seinem Cousin, zu gehen. Dieser war Christ und schrieb die biblischen Texte nieder. Waraka beruhigte ihn indem er sagte, dass diese Erscheinung mit der Botschaft Moses, der biblischen Botschaft, übereinstimme. Bockhari berichtet darüber wie folgt:

"Also begab sich Mohammed mit Chadidscha zu Waraka-ibn-Nofal welcher alt und blind geworden war. Chadidscha sagte zu ihm: Cousin, höre was dein Neffe (Mohammed) dir mitzuteilen hat. Waraka sagte zu ihm: Mein Neffe, was gibt es? Der Prophet informierte ihn über seine Vision. Waraka sagte ihm: Aber das ist das Gesetz Moses, das Gott zu ihm hinunterbrachte. Ach! Könnte ich am Leben bleiben, um an dieser Mission teilzunehmen. Könnte ich am Leben bleiben, wenn dein Volk dich verleugnen wird. Und der Prophet Mohammed rief verwundert aus: Werden Sie mich verleugnen? Er antwortete: Ja, kein Mensch gibt das, was du geben wirst ohne Feinde zu haben. Und wenn das mir gegeben ist, werde ich dich bis zum Sieg unterstützen. Waraka starb bald danach."

So bezeugte Waraka die Echtheit der Vision und sicherte ihm zu, dass seine Botschaft biblisch war. Die Botschaft ist also eine Einheit und die Mission dieselbe. Diese Tatsache muss hervorgehoben werden.

Die Prophezeiung von Waraka erfüllte sich, denn die Bewohner Mekkas, vom Stamme der Quraisch, bekämpften den Propheten grausam.

Zu Beginn und für lange Zeit glaubte nur eine kleine Gruppe an Mohammed. Chadidscha, seine Gattin, war die erste Gläubige. Die neue Religion, welche in Mekka zu spriessen begann, beunruhigte die Händler von Götzenbildern und die Mächtigen der Stadt, welche die Steuern einnahmen und von den heidnischen Pilgerfahrten, welche dort abgehalten wurden, profitierten. Der monotheistische Glaube bedeutete eine grosse Gefahr für ihren Handel, ihr Vermögen und ihre Vorherrschaft. Sie verwandelten sich in geschworene Feinde Mohammeds und seinen Jüngern und verfolgten sie sehr.

Der Prophet ertrug mutig die schwere Last seiner Mission und geduldete sich, obwohl ihn das sein Geld und seine Ruhe kostete. Er weigerte sich, sich mit Waffen gegen seine bewaffneten Feinde zu stellen. Er verzichtete sogar darauf, ein Schwert zu tragen, um sich zu verteidigen. Er riet seinen Jüngern aus Mekka zu fliehen und in Äthiopien, einem christlichen Land, Zuflucht zu suchen. Unter seinen Jüngern waren zwölf, die sich zum Negus, dem Kaiser von Äthiopien, begaben. Er empfing sie, bewilligte ihnen das Flüchtlingsrecht und versicherte ihnen einen ruhigen Aufenthalt.

Während zehn Jahren ertrug Mohammed die Verfolgung in Mekka, wo er vergeblich den Monotheismus predigte; er hatte nur eine kleine Anzahl von Getreuen um sich. Die Opposition des Stammes der Quraisch war immer mächtiger bis zur Bedrohung des Lebens Mohammed und seiner Jünger. Es gab verschiedene Mordversuche gegen ihn. Mohammed musste sich schliesslich fügen und aus Mekka fliehen. Er begab sich nach Yathreb, das später den Namen "Medina" bekam, welches in Arabisch "die Stadt" bedeutet, d.h. die Stadt des Propheten.

Mohammed verliess die Mekka heimlich während der Nacht, da er von einer Verschwörung ihn zu töten erfahren hatte. Ali, sein Cousin, vertrat ihn in seinem Haus und sogar in seinem Bett, um seine Anwesenheit vorzutäuschen und rettete ihm somit das Leben. In dieser Stadt beschützten ihn zahlreiche Anhänger und einzig die Juden von Yathreb waren für ihn eine Bedrohung.

Vor der Flucht nach Medina trafen zwei schmerzliche Ereignisse den Propheten. Es waren der Tod seines beschützenden Onkels Abi-Talib (dies beschleunigte die Verschwörung gegen ihn) und derjenige seiner gelieben Gattin Chadidscha, die Begleiterin seines Lebens und seiner Mission. Sie war seine geistige Stütze gewesen, hatte ihn in seinem Glauben gestärkt und Selbstvertrauen gegeben. Das Todesjahr dieser beiden geliebten Menschen war für Mohammed das sogenannte "Jahr der Trauer" .

Die Leute vom Stamme der Quraisch, angeführt vom angesehenen Abi-Sifian versuchten Mohammed zu kaufen. Sie sandten eine Delegation zu seinem Onkel Abi-Talib, kurz vor dessen Tod, als er schon in seinem Krankenbett lag, um seine Intervention bei Mohammed zu bewirken. Sie schlugen vor, Mohammed Geld, Ruhm und sogar die Königswürde zu geben unter der Bedingung dem Monotheismus abzuschwören. Sie sagten zu ihm: "Wenn deine Absicht in der Predigt das Geld ist, wir geben es dir. Wir werden unser Geld sammeln, damit du der Reichste unter uns wirst. Wenn du Ruhm willst, werden wir dich als Führer einsetzen und nichts wird ohne deine Einwilligung beschlossen. Wenn du das Königreich willst, machen wir dich zu unserem König; was aber den einzigen Gott betrifft, nein! "

Als er diese Worte hörte, klammerte sich der Prophet noch mehr an seine Mission und sagte: "Bei Gott, wenn ihr mir die Sonne zu meiner Rechten und den Mond zu meiner Linken gebt, um mich darzubringen, dieser Sache abzuschwören, werde ich es nicht tun." Beim Tod seines Onkels Abi-Talib, der versucht hatte zu vermitteln, war die Spannung auf dem Höhepunkt.

Kurz vor seiner Flucht nach Yathreb erlebte Mohammed die mystische Reise, erzählt in Sure 17, genannt "Die nächtliche Reise". Diese mystische und historische Erfahrung ist im Leben Mohammeds und seiner Junger sehr wichtig. Sie bildet eine Drehscheibe seiner Mission. In dieser Nacht war Mohammed bei seiner Cousine Hind, der Schwester von Ali, dem Sohn von Abi-Talib. Er sah den Engel Gabriel, der sich ihm vorstellte, um ihn in einer Vision auf einem Pferd mit Namen "Al Barrak" (der Blitz), zum Berg Sinai zu bringen, dort wo Gott zu Moses sprach. Dann nahm er ihn nach Bethlehem, der Wiege Christi und anschliessend nach Jerusalem der Stadt des Tempels. Von dort erhob er ihn zum Himmel, dann führte er ihn zurück nach Jerusalem wo er sein Pferd wieder nahm, um zu seiner Cousine Hind zurückzukehren. Die Sure beginnt wie folgt:

"Gepriesen sei der, der mit seinem Diener bei Nacht vom heiligen Tempel in Mekka nach dem fernen Tempel in Jerusalem, dessen Umgebung wir gesegnet haben reiste, um ihn unsere Meisterwerke (Zeichen) sehen zu lassen" (Koran 17; Die nächtliche Reise, 1).

Die Leuten von Quraisch weigerten sich an diese Vision zu glauben. Selbst viele seiner Jünger weigerten sich daran zu glauben und verzichteten daraufhin, ihm zu folgen. Nach dieser Erfahrung stieg der Groll in Mekka gegen Mohammed noch weiter an und die Isolation des Propheten war beinahe vollständig. Am 24. September 622 entschloss sich Mohammed aus Mekka zu fliehen und nach Yathreb, „Al Medina", zu gehen. Diese Flucht bildet der Beginn des Kalenders der Hedschra (von Higra: Wegfahrt, Flucht, Auswanderung).

Nach seiner Abreise nahm Mohammed mehrere Gattinnen, nicht aus Liebe zu den Frauen, wie es mehrere Orientalisten denken, sondern um die arabischen Stämme durch die Bande der Verwandtschaft zu einigen. Die erste Frau von Mohammed, Sawda, war die Witwe eines seiner Jünger, der nach Äthiopien gereist war, um der Verfolgung zu entfliehen. Sawda war nicht mehr jung und Mutter von mehreren Kindern. Mohammed heiratete sie als Anerkennung und um sie zu schützen und für die Kosten der Kinder aufzukommen, weil sie und ihr Gatte zu seinen ersten Jüngern zählten.

Er heiratete auch Aischa, die Tochter eines seiner ersten Jünger, Abu-Bakr, um die Bande zwischen diesem intimen und treuen Freund und ihm zu festigen. Aischa war nur 7 Jahre alt, aber sie blieb noch zwei Jahre im Hause ihres Vaters, ehe sie ins Haus des Propheten eingegliedert wurde. Während dieser zwei Jahre heiratete er Sawda. Mohammed heiratete auch Hafsa, die Tochter von Omar-ibn-El-Chatab, dem zweiten der vier Kalifen, die nach seinem Tod an seine Stelle rückten.

Aus der gleichen Sorge, die arabischen Stämme zu einigen, verheiratete er seine Töchter mit ausgewählten Männern. Osman-ibn-Hafan, einer seiner treuen Jünger, welcher der dritte Kalif wurde, heiratete seine Töchter Rokaia und Om-Chalthum. Ali, sein Cousin, heiratete Fatima, die geliebte Tochter von Mohammed. Er verheiratete seine Tochter Zainab mit Chaled-ibn-El-Walid, einem in einer Schlacht besiegten Offizier, welcher in der Folge gläubig wurde. Mohammed selbst heiratete die Tante von Chaled, um die ehelichen Bande zu verstärken, die Bande, welche die Gemeinschaft der ersten Gläubigen vereinigte. Mohammed heiratete ausserdem zwei ältere Frauen, Zainab und Salma, weil sie Witwen von zwei Märtyrern waren, die während der Kämpfe fielen.

Was die Heirat von Mohammed mit Zainab, der Tochter von Schahsch, betrifft, die früher die Gattin seines Adoptivsohnes Zaid war, haben die muslimischen Interpreten unserer Ansicht nach einen Fehler gemacht, indem sie diese Tat als ein Band menschlicher Liebe präsentierten.

Wir zitieren hier die koranischen Verse zu diesem Thema, und fügen den Kommentar der "Jalalein" die offizielle, allgemein gültige Interpretation, die wir missbilligen bei. Dann präsentieren wir unsere Interpretation, welche die Grösse der Absicht des Propheten, Zainab zu heiraten, beweist. Der Koran sagt:

"Es gehört sich weder für einen Gläubigen noch für eine Gläubige ihrer eigenen Wahl zu folgen, wenn Gott oder sein Apostel anders entschieden haben. Jeder der Gott oder seinem Apostel nicht gehorcht ist in einer offensichtlichen Verwirrung" (Koran 33; Die Verbündeten, 36).

Interpretation der "Jalalein":

Dieser Vers wurde bezüglich Abdallah-ibn-Schahsch und seiner Schwester Zainab offenbart. Der Prophet hatte die Absicht Zainab seinem Adoptivsohn Zaid zur Frau zu geben. Aber Zainab und Abdallah waren enttäuscht, als sie von der Absicht Mohammeds erfuhren, sie hatten geglaubt, dass Mohammed selbst Zainab heiraten wollte und sie nicht seinem Adoptivsohn geben wollte. Sie unterwarfen sich dennoch dem Urteil des Propheten nachdem dieser Vers inspiriert wurde:

"Jeder der Gott oder seinem Apostel nicht gehorcht ist in einer offensichtlichen Verwirrung" (Koran 33; Die Verbündeten, 36).

Interpretation der "Jalalein":

Der Prophet verheiratete Zainab und Zaid, aber in der Folge liess er seinen Blick auf ihr ruhen und sein Herz entflammte in Liebe zu ihr und Zaid begann sie zu hassen. Er sagte zum Propheten: "Ich will mich von ihr scheiden lassen." Aber der Prophet sagte zu ihm: "Behalte deine Gattin in deiner Nähe."

Unsere Interpretation:

Der Prophet Mohammed erlebte keine leidenschaftliche Liebe zu Zainab. Dies ist der Grund weshalb er Zaid die Scheidung verweigerte, um so mehr, als er selbst Zainab und ihren Bruder zu den Hochzeitsfeiern von Zainab und Zaid eingeladen hatte. Diese fand trotz des anfänglichen Einwandes von Zainab und ihrem Bruder statt. Sie akzeptierten erst nach der Eingebung des Propheten. In der Folge brachte die Absicht von Zaid sich scheiden zu lassen den Propheten in grosse Verlegenheit und setzte Zainab der Ehrlosigkeit und der Niederträchtigkeit aus. Die Leute hätten gesagt: "Der Sohn des Propheten hat sie verstossen". Dies bedeutete für sie den gesellschaftlichen Bann mit der Konsequenz des Grolls zwischen dem Propheten und den Leuten der Familie von Schahsch. Mohammed blieb nur ein Ausweg: Zainab selbst zu heiraten, damit man sagte: "Mohammed hat sie geheiratet." Dies erhöhte ihre Würde, anstatt sie zu erniedrigen.

Mohammed fürchtete dennoch das Unverständnis der Gesellschaft. Viele würden sagen, dass er die Gattin seines Sohnes zur Frau nahm. Das ist der Grund, weshalb er versuchte, die Scheidung zu verhindern. Wäre er in sie verliebt gewesen, hätte er die Scheidung geschätzt und sogar gewünscht.

Zaid war ein Sklave, ehe er Mohammed kennenlernte. Letzterer hatte ihn befreit, ehe er mit seiner Mission begann und in der Folge glaubte Zaid an den Islam. Es wurde ihm also zweifache Gnade erwiesen: Jene der Befreiung und jene des Glaubens. Deshalb fährt der Koran fort, indem er zu Mohammed sagte:

"Du sagst diesem Mann (Zaid), dass Gott ihn beschenkte (durch den Islam), und dass du ihn beschenktest (durch die Befreiung): Behalte deine Gattin für dich und fürchte Gott. Und du versteckst in deinem Herzen was Gott sieht" (Koran 33; Die Verbündeten, 37).

Interpretation der "Jalalein" :

"Du versteckst in deinem Herzen" die Liebe zu Zainab und die Absicht sie zu heiraten, falls Zaid sich von ihr entfernt.

Unsere Interpretation:

Der Prophet versteckte in seinem Herzen nicht die Liebe zu Zainab, sondern das Bewusstsein, um die Ernsthaftigkeit der Situation. Er realisierte, dass er im Falle einer Scheidung Zainabs gezwungen wäre sie selbst zu heiraten, um sie nicht zu entehren. Zudem würden die Leuten seine tiefe Absicht nicht verstehen und diese Tat falsch interpretieren. Sie würden denken, dass er sie aus Liebe heiratet. Einige denken das heute noch. Deshalb bewegte Gott Mohammed nach seinem eigenen Gewissen zu handeln, unabhängig von der Meinung der Leute:

"Und du fürchtest die Leute (weil sie sagen werden, dass er die Gattin seines Sohnes geheiratet hat). Es ist vielmehr Gott, den du fürchten musst" (Koran 33; Die Verbündeten, 37)

Die Interpretation der "Jalalein" bezüglich dieser Vers:

Heirate sie also ohne dich um die Worte der Leute zu sorgen.

Unsere Interpretation:

Der Prophet muss vor Gott vernünftig handeln und das Gerede der Leute ignorieren. Er muss sein Verhalten auf das Beste ausrichten und nicht Mittel suchen, um den Leuten zu gefallen. Auch wenn diese ihn verleumden werden und sagen werden er habe Zainab aus Leidenschaft geheiratet. Der Prophet muss alles auf das Urteil Gottes setzen, der die versteckte Absicht des Propheten kennt: Zainab zu heiraten, um Zwietracht unter den Arabern zu vermeiden.

Unsere Interpretation passt zum ganzen Leben des Propheten, speziell was die edlen und tiefen Motivationen seiner Heiraten betrifft.

Die wichtigsten Schlachten des Propheten Mohammed

In Medina, die "Stadt des Propheten", die "Stadt der Lichter", wie sie in der Folge genannt wurde, hatte Mohammed mehrere Jünger, mit unter anderem den zwei Stämmen „Al Aws" und „Al Khazraj". Er hatte nur die Juden als Feinde, die sich mit den Heiden in Mekka verbündet hatten. Deshalb sagt der Koran:

"Du wirst finden, dass die grössten Feinde derer die geglaubt haben, die Juden und die Heiden von Mekka sind, und dass diejenigen, die den Gläubigen (an den Koran) in Liebe am nächsten stehen, die sind welche sagen: Wir sind Christen: Dies deshalb weil es unter ihnen Priester und Mönche gibt, die nicht hochmütig sind" (Koran 5; Der Tisch, 82).

Nach der Flucht nach Medina fuhren die Heiden von Mekka, auf Veranlassung der Juden der Stadt fort, Mohammed zu bekämpfen. Bis anhin hatte der Prophet sich geweigert Waffen zu tragen, aber diese Hetzjagd verpflichtete ihn in einer legitimen Verteidigungssituation darauf zurückzugreifen. Er musste seine Jünger, die erste Gesellschaft der Gläubigen und sein eigenes Leben gegen die Feinde, die Medina angriffen, verteidigen. Jene waren schon ins Haus der Gläubigen in Mekka eingedrungen und hatten sie ins Exil gezwungen. Der Koran weist im folgenden Vers darauf hin:

"Jene, die zu Unrecht aus ihren Wohnungen gejagt wurden, nur weil sie sagten: Unser Herr ist der einzige Gott" (Koran 22; Die Wallfahrt, 40).

Aus diesem Grund hielt es Mohammed für nötig, sich in Medina zu verteidigen. Die legitime Verteidigung ist nicht nur ein Recht, sondern gleichzeitig ein Muss und Gott befahl dem Propheten den Kampf:

"Gott erlaubte jenen, welche Ungerechtigkeit ertragen mussten, ihre Feinde zu bekämpfen und Gott ist fähig ihnen den Sieg zu geben " (Koran 22; Die Wallfahrt, 39).

„Kämpft gegen sie, bis niemand mehr versucht, zu verführen, und bis nur noch Gott verehrt wird" (Koran 8; Die Beute, 39).

Bevor wir das Themas der Schlachten aufgreifen ist es wichtig zu unterstreichen, dass Mohammed - gemäss dem zitierten Versen des Korans - nie die Initiative einer Schlacht selbst ergriff, sondern sich immer in einer Verteidigungssituation befand. Unter gewissen Umständen, wurde Mohammed angeklagt, die Initiative ergriffen zu haben, aber es handelte sich um die Hetzjagd des Feindes im Rahmen eines Kampfes, das ein anderer Kampf beendete.

 

Die Invasion von Badr

Während dieser ersten Schlacht wurden die Muslime, nur 300 an der Zahl, von den Heiden der Quraisch in Mekka, 1'000 an der Zahl, angegriffen. Trotz ihrer geringen Zahl triumphierten die Muslime über die Heiden und es war eine grosse Freude und ein grosses Zeichen für sie. Diese Schlacht fand im Jahre 2 nach Mohammeds Flucht (Hedschra) statt.

Die Invasion von Uhud

Die Heiden von Mekka, aufgestachelt durch die Juden von Medina, attackierten Mohammed in Uhud, einem Vorort von Medina. Die Quraischiten, stark durch eine geheime Allianz mit den Juden, wurden durch den Armeechef Chaled-ibn-El-Walid, welcher in der Folge zum Islam übertrat und Zaynab, die Tochter Mohammeds heiratete, angeführt. Diese Schlacht wurde durch die Niederlage der Muslime und den Tod von Hamza, dem geliebten Onkel Mohammeds, beendet. Während dieser Invasion nahm Mohammed die geheime Allianz zwischen den Juden von Medina und den Heiden der Quraisch wahr, und beschloss die Macht der Juden zu beenden.

Die Invasion der Graben

Diese Invasion wurde so genannt, weil ein Graben rund um Medina gezogen wurde um das Betreten der Stadt durch die Quraischiten zu verhindern. Von Neuem ermunterten die Juden die Heiden von Mekka zum Kampf gegen die Muslime. Die Leute von Mekka umzingelten Medina mit der beträchtlichen Stärke von 10'000 Mann. Mohammed hatte auf seiner Seite einen persischen Ex-Kämpfer, Salmen. Er war ein in der Schlacht geübter christlicher Soldat. Er riet Mohammed einen Graben um Medina zu ziehen, damit es den Pferden der Leute von Mekka nicht gelänge in die Stadt einzudringen. Dies rettete Mohammed und die Seinen. Diese Schlacht fand im Jahre 5 der Hedschra statt. Die Leute von Mekka glaubten an einen leichten Sieg und wurden in der Wüste mit kleiner werdendem Proviant und grosser Kälte blockiert. Sie wurden zum Rückzug gezwungen.

Die Invasion von Bani-Qoraiza

Die Invasion ins Dorf der Juden von Bani-Qoraiza folgte der Invasion der "Graben". Mohammed hatte in der Zwischenzeit das Komplott der Juden, das gegen ihn gerichtet war, und ihre ausschlaggebende Rolle bei der Invasion der "Graben", aufgedeckt. Mohammed entschied sich, sie zu verfolgen. Die Juden flohen ins Dorf Bani-Qoraiza, wo er sie angriff und vernichtete. Die Überlebenden fanden ihre letzte Zuflucht auf der arabischen Halbinsel in einer jüdischen Festung in der Stadt Chaibar. An diesem Ort spielte sich der letzte Kampf Mohammeds ab.

Nach der Invasion der "Graben" und von Bani-Qoraiza festigten sich die Grundlagen des Islam auf der arabischen Halbinsel und Mohammed erlebte eine Zeit des Friedens. Die Araber begannen ihn zu fürchten und versuchten friedliche Bande mit ihm zu schliessen.

Der Pakt von Hudaybiyya

Sechs Jahre nachdem Mohammed und seine Jünger Mekka verlassen hatten, wollten sie im Rahmen einer Wallfahrt dorthin zurückkehren. Der Prophet setzte sich an die Spitze eines Friedensmarsches nach Mekka. Sie machten in einem Ort in der Umgebung von Mekka, mit Namen Hudaybiyya, Halt. Die Leute von Quraisch verweigerten den Muslimen die Erlaubnis Mekka als Pilger zu betreten. Es wurden Vorbesprechungen organisiert, die im Pakt von Hudaybiyya endeten und auf Grund dessen ein Waffenstillstand von zehn Jahren beschlossen wurde. Dieser Pakt erlaubte den Muslimen, sich das folgende Jahr, wenn auch nur für drei Tage, auf eine Wallfahrt nach Mekka zu begeben.

Die Pilger und Mohammed kehrten also drei Wochen später nach Medina zurück. Der Pakt von Hudaybiyya erlaubte Mohammed seine Botschaft auf der ganzen arabischen Halbinsel zu verbreiten und trug dazu bei, das friedliche Gesicht des Islam offenkundig zu machen. Eine grosse Anzahl von Arabern nahm die monotheistische Religion an und versammelte sich um den Propheten. In dieser Zeit heiratete der grosse Offizier Chaled-ibn-El-Walid Zainab, die Tochter des Propheten, nachdem er die Muslims in Uhud mit Waffen bekämpft hatte. Mohammed heiratete Maimuna, die Tante Chaleds und stärkte so die Einheit zwischen ihnen.

Die Abgesandten bei den Königen

Als sich die Situation auf der arabischen Halbinsel beruhigt hatte, sandte Mohammed Abgesandte mit einem Brief zu den wichtigsten Königen und bat sie dem islamischen Glauben und seiner Botschaft beizutreten. Die angeschriebenen Könige waren Herakles, der byzantinische König, Xerxes, der persische König, der Negus „Ahmassa" von Äthiopien und der Chef der koptischen Gemeinschaft in Ägypten. Im folgenden Kapitel werden wir den Inhalt des an König Herakles gesandten Briefes wiedergeben.

Die Invasion von Chaibar

Der Friede hatte sich auf der arabischen Halbinsel verbreitet. Für Mohammed blieb nur noch die von den Juden, welche sich in Chaibar verschanzt hatten, herrührende Bedrohung. Einen Monat nach dem Pakt von Hudaybiyya ging Mohammed selbst an der Spitze einer muslimischen Armee und umzingelte die Stadt und die Festung. Die Muslime schlugen sich tapfer und ohne Angst vor dem Tod im Kampf und triumphierten nach einem erbitterten und ungezähmten Kampf. Das war im Jahre 7 der Hedschra, 629 Jahre nach Christus.

Zehn Jahre nach der Flucht aus Mekka war der Islam auf der ganzen arabischen Halbinsel verbreitet und Muslime und Christen lebten in Frieden. Mohammed hielt einen triumphalen und friedlichen Einzug in Mekka, ohne Widerstand. Er drang durch die Türe der "Kaaba" ein, und zerstörte dort die Götzenbilder. Er sprach diese Worte:

"Sag noch: Die Wahrheit ist gekommen und die Lüge ist besiegt, weil die Lüge besiegt werden soll" (Koran 17; Die nächtliche Reise, 81).

Mohammed verzieh seinen Feinden grosszügig - Abi-Sifian und all jenen, die an der Spitze des Widerstandes waren - und versuchte nicht sich zu rächen.

Dieser edle Prophet starb im Jahre 11 der Hedschra, im Jahre 632 unserer Zeitrechnung in Medina, wo sich heutzutage sein Grab befindet.

DRITTES KAPITEL [Zurück]

Die wichtigsten Begegnungspunkte zwischen Koran und Evangelium

Das wichtigste Zeugnis des Korans zugunsten des Evangeliums ist die Bescheinigung, dass Jesus wirklich der Messias ist. Hätte der Koran diese fundamentale evangelische Wahrheit nicht bezeugt, wäre er weder aufrichtig noch wahrhaftig gewesen. Dieses Zeugnis brachte die Juden in Verwirrung und erweckte ihren Hass gegen Mohammed, um so mehr als der Koran sich als Bestätigung der Botschaft des Evangeliums in seiner Gesamtheit präsentierte. Das Evangelium aber ist ein von den Juden geächtetes Buch.

Wenn der Koran behauptet hätte, dass Jesus nicht der Messias sei, hätten die Juden Mohammed nicht bekämpft, weil dies ihr Warten auf einen zionistischen Messias bestätigt hätte. Dieser zionistische Messias ist im Evangelium unter dem Namen Antichrist bekannt. Wir werden dieses Thema behandeln, wenn wir vom Messias sprechen werden.

Die wichtigsten Begegnungspunkte zwischen dem Koran und dem Evangelium sind folgende:

1. Der Messias

2. Die Jungfrau Maria

3. Der himmlische Tisch oder das Brot des Lebens

4. Der (Heilige) Geist

 

1. Der Messias [Zurück]

Die erste grosse Wahrheit, die der Koran den Arabern offenbarte, ist die Existenz eines einzigen Gottes.

Die zweite fundamentale Wahrheit ist die, dass Jesus wirklich der von Gott gesandte und von den Propheten des Alten Testamentes angekündigte Messias ist. Wie bereits erwähnt, ist es die Offenbarung dieser Wahrheit durch den Koran, welche die Juden irritierte und sie daran hinderte dem Koran ihre Unterstützung entgegenzubringen. Dadurch hätten sie nämlich auf einen zionistischen Messias verzichten müssen.

Die folgenden koranischen Verse bestätigen, dass Jesus der Messias, der Prophet Gottes, das Wort Gottes und der Geist Gottes ist:

„Maria! Gott verkündet dir ein Wort von sich, dessen Name Jesus der Messias, der Sohn der Maria, ist!..." (Koran 3; Sippe Imrqan, 45)

„... und weil sie (die Juden) sagten: Wir haben der Messias Jesus, den Sohn der Maria und Gesandten Gottes getötet..." (Koran 4; Die Frauen, 157).

Der Messias Jesus, der Sohn Maria, ist der Gesandte Gottes und sein Wort, das er der Maria entboten hat, und einen Geist von ihm" (Koran 4; Die Frauen, 171).

„Wer vermöchte gegen Gott etwas auszurichten, falls er der Messias, den Sohn der Maria, und seine Mutter... zugrunde gehen lassen wollte" (Koran 5; Der Tisch, 17).

Wenn die Juden Jesus als Messias angenommen hätten, würden sie nicht mehr auf den zionistischen Messias warten. Sie müssten zur Folge auf den Zionismus und auf den Staat Israel, welcher die zionistischen Zielvorstellungen verkörpert, verzichten. Die Juden haben Jesus als Messias in der Vergangenheit abgelehnt und tun es noch heute, weil er die Errichtung eines politischen Staates im Namen des Judentums ablehnt. Der Heilige Johannes berichtet in seinem Evangelium, dass Jesus als er die Menge sah, die ihn als König von Israel ausrufen wollte, alleine in den Berg flieh (Johannes 6,14-15). Jesus lehrte ebenfalls, dass das göttliche Königreich im Innern (Lukas 17,20-21) und nicht im Äusseren des Menschen in der politischen Welt ist, wie es die Juden und viele andere bis heute noch glauben.

Zwölf Jahrhunderte vor Christus, hatte der militärische Führer Gedeon das Königtum, welches ihm die Juden anboten ebenfalls abgelehnt (Richter 8, 22):

„Die Leute Israels sagten zu Gedeon: „Regiere über uns, Du, deinen Sohn und deinen Kleinsohn, da Du uns von der Hand Madians befreit hast". Gedeon antwortete aber: „Ich werde nicht über euch regieren und auch mein Sohn nicht, denn Gott ist euer König" (Richter 8,22-23). In der Folge hatte der Prophet Samuel die Zurückweisung eines israelischen Staates durch Gott angekündigt (1 Samuel 8). Aber die Juden hatten seit langer Zeit eine irdische Vorherrschaft durch ein israelisches Königreich in Palästina angestrebt. Sie haben die Befehle Gottes und seinen, durch den Propheten Samuel, verkündeten Willen ignoriert (1 Samuel 8,19).

Durch die Verweigerung einer Errichtung des israelischen Reiches offenbarte der Messias das geistige, unpolitische Ziel der jüdischen Religion wie auch aller anderen Religionen. Dies schliesst die Ausübung politischer Aktivitäten durch die Gläubigen nicht aus. Im Gegenteil, es ist von Vorteil, wenn gläubige Menschen sich in leitenden Stellen befinden, um soziale und moralische Reformen im Dienste der Gesellschaft einzuführen. Aber das Geistige zu politisieren, indem im Namen der Religion ein neuer Staat geschaffen wird, wie es die einige Juden, Christen und Muslims wollen, ist dem Plane Gottes entgegengestellt. Denn Gott ist für die Gläubigen, der Staat aber ist für alle, ob gläubig oder ungläubig, wie es der Koran ausdrückt: „In der Religion gibt es keinen Zwang" (Koran 2; Die Kuh, 256).

Der Glaube an Jesus als Messias ist der Höhepunkt der evangelischen Lehre:

"Keiner kann sagen, Jesus ist der Herr (d.h. er ist der Messias), wenn er nicht aus dem Heiligen Geist redet " ( 1 Korinter 12, 3).

"Jeder der glaubt, dass Jesus der Messias ist, stammt von Gott " (1 Johannes 5,1 ).

Jesus selbst sagte zu den Juden, die gegen ihn verschworen:

"Wenn ihr nicht glaubt, dass ich bin (dass ich der Messias bin), sterbt ihr in Sünde" (Johannes 8, 24).

Es gibt, einen anderen koranischen Vers, der bezeugt, dass Jesus der erwartete Messias ist: 
 
"Sie haben sich ihre Gelehrten (die jüdischen Rabbiner) und Mönche (die Christen) sowie den Messias, den Sohn der Maria als Herren genommen, anstelle Gottes. Dabei ist ihnen nichts anderes befohlen worden, als einem einzigen Gott zu dienen, ausser dem es keinen Gott gibt." (Koran 9; Die Reue, 31).

Dieser Vers, der bezeugt, dass Jesus, der" Sohn der Maria", der Messias ist, wird durch einige oft schlecht interpretiert. Sie sehen darin eine Negation der Gottheit des Messias. Solch ist nicht die Absicht des Korans, der sich als Bestätigung der evangelischen Eingebung präsentiert (Koran 4, Die Frauen, 47). Das Evangelium aber offenbart die Menschwerdung Gottes in der Person Jesus. (Siehe Kapitel II: "Die Streitpunkte", Abschnitt 3: "Die Gottheit des Messias"). Man darf also nicht der Sohn Marias als Herr und Gott ANSTELLE von Gott betrachten, sondern ALS Mensch gewordener Gott, der durch die biblischen Prophezeiungen angekündigt wurde. Sonst würde man zwei von einander unabhängige Götter anbeten: Gott einerseits und der Messias andererseits, wenn ihnen aber "befohlen wurde, einem einzigen Gott zu dienen". Man sollte beachten, dass das Wort "Herren" im Plural vorkommt und somit auf einen Polytheismus hinweist. Diese Feinheit wird nicht von allen Interpreten des Korans wahrgenommen, die sich nicht bemühen durch "das beste Argument", wie vom Koran Kapitel 29, Die Spinne, 46 vorgeschrieben, zu interpretieren.  

Ausserdem warnt uns die evangelische Offenbarung vor dem Auftreten des falschen zionistischen Messias, der vom Hl. Johannes als Antichrist bezeichnet wird:

"Ihr habt gehört, dass der Antichrist kommt. Der, der leugnet, dass Jesus der Christus ist: Das ist der Antichrist" (1 Johannes 2, 18-22).

Wir wissen, dass die Juden und insbesondere die Zionisten leugnen, dass Jesus der Messias ist.

Was lässt sich aus diesen evangelischen Worten schliessen? Wir können zwei Schlussfolgerungen ziehen:

Erstens: In seiner Anerkennung von Jesus als Messias ist Mohammed durch den Heiligen Geist inspiriert und er „stammt von Gott". Zweitens: Jene, die leugnen, dass Jesus der Christus ist, d.h. die Juden, welche ihn ablehnen und einen anderen Messias erwarten, bilden zusammen die geistige moralische Person des Antichristen. Zusammengefasst, der moderne Staat Israel verkörpert die Macht des Antichristen.

Die evangelische Offenbarung enthüllt, dass Jesus selbst den Antichristen zerstören wird, wenn letzterer erscheinen wird. Nach Paulus wird der Wiederkunft des Messias das Erscheinen des Menschen der Gesetzwidrigkeit, des Feindes vorausgehen. Der Messias Jesus wird ihn durch den Glanz seines Kommens zerstören (2 Thessaloniker 2,3-12). Die von Paulus angekündigte Gesetzwidrigkeit ist das gesetzlose und rassistische Verhalten der Zionisten. Gott hingegen ist universal und nicht rassistisch. Der Mensch der Gesetzwidrigkeit, der Sohn des Verderbens und der Feind von dem Paulus sprach, ist der zionistische Mensch. Seine Haltung missfällt Gott und er wird dadurch zu einem „Feind aller Menschen", wie es Paulus erläutert (1 Thess 2,15).

In der Vergangenheit haben die zionistischen Juden unter dem römischen Reich heimlich an der Gründung des Staates Israel gearbeitet. Die Römer haben sie dazu verhindert. Zur Zeit, erlaubt ihnen die Erscheinung dieses Staates sich offen und mit mehr Macht als dereinst für die Ausweitung ihres Einflusses einzusetzen. Heute ist diese antichristliche Macht durch Allierte bewaffnet, die behaupten Zeugen Jesus zu sein. Darin besteht die Verführung und der Verrat in den Endzeiten, die vom Evangelium angekündigt wurden (Matthäus 24).

Der Prophet Mohammed sprach in seinen "Diskussionen" vom Erscheinen dieser gesetzwidrigen Kraft und sagte, dass der Antichrist die drei Buchstaben „K.F.R." auf seiner Stirn geschrieben haben wird. Diese Buchstaben bilden das arabische Wort "kufr", das Gesetzwidrigkeit oder Gotteslästerung bedeutet. Er wies sogar darauf hin, dass diese Macht des Bösen von den Juden stammte. In der evangelischen Offenbarung finden wir dieselben Gotteslästerungen auf dem Kopf des apokalyptischen "Tieres" geschrieben:

Diesem Tier wurde die Macht gegeben „anmassende Worte und Lästerungen auszusprechen" (Offb 13,5). "Ich sah ein scharlachrotes Tier, das über und über mit gotteslästerlichen Namen beschrieben war... Auf ihrer Stirn stand ein Name, ein GEHEIMNISVOLLER Name" (Offenbarung 17,1-5). Siehe unser Text: Der Schlüssel zur Apokalypse.

Der Prophet Mohammed hat in seinen „Edlen Diskussionen" Paulus bestätigt und ebenfalls unterstrichen, dass zurzeit der Erscheinung des Antichristen, Jesus und seine Auserwählten sich erheben werden, um ihn zu bekämpfen und zu zerstören. Die heutigen Jünger Jesu sind gemäss der Absicht der Offenbarung und der göttlichen Prophezeiung, nicht die traditionellen Christen, welche mit Israel zusammenarbeiten und ihn unterstützen. Diese schuldige „christliche" Unterstützung Israels wurde auch vorhergesagt, weil es gemäss dem Evangelium dem antichristlichen Verführer gelingen wird die falschen Jünger Jesu zu verführen (Matthäus 24). Heutzutage sind die wahren Gläubigen die Durstenden nach Gerechtigkeit, welche die Last der zionistischen Ungerechtigkeit tragen und Israel und dem internationalen Zionismus widerstehen.

Gemäss den evangelischen Prophezeiungen und jenen des Propheten Mohammed wird der Staat Israel für immer verschwinden. Der Sturz Israels wird das Symbol des Misserfolges des Zionismus und entsprechend jeder ähnlichen materialistischen Mentalität sein. Durch dieses Ereignis werden viele begreifen, dass Jesus wirklich der wahre Messias ist und sein Königreich für immer auf Erden entpsrechend der Ankündigung der Propheten errichtet ist.

2. Die Jungfrau Maria [Zurück]

Der Koran enthält die schönsten Verse über die Jungfrau Maria. Er setzt die Mutter des Messias auf den höchsten Gipfel der menschlichen Heiligkeit:

"Die Engel sagten zu Maria: Gott hat dich auserwählt und unbefleckt gemacht, er hat dich unter allen Frauen der Welt auserwählt" (Koran 3; Sippe Imrans, 42).

Dieses Zeugnis verurteilt die Juden, die, wie es der Koran aufdeckt, gemeine Verleumdungen gegen Maria erfanden (Koran 4; Die Frauen, 156). Gott bestätigt in der koranischen Offenbarung was er bezüglich Maria im Evangelium offenbart hatte:

"Du bist gesegnet unter allen Frauen" ( Lukas 1, 42).

Der Koran offenbart auch die aussergewöhnliche Reinheit Marias durch ihre Unbefleckte Empfängnis sowie auch jene Jesus. In den zwei folgenden Verse sagt die Frau Imran, d.h. die Mutter Marias (die Sippe Imrans sind die Eltern Marias) in einem Gebet:

"Gott ich habe dir die Frucht meines Herzens geweiht, nimm sie an, weil du alles hörst und alles weisst. Als sie geboren hatte, sagte sie: Gott: Ich habe eine Tochter auf die Welt gebracht und ich habe sie Mariam (Maria) genannt, ich gebe sie in deinen Schutz, sie und ihre Nachkommenschaft (Jesus), damit du sie vor der List des Satans beschütztest" (Koran 3; Die Sippe Imrans, 35-36).

Gott hörte das Gebet der Mutter von Maria und erhörte ihr Gelübde: Maria und Jesus waren die Einzigen, die vor dem Teufel beschützt wurden, wie Mohammed in seinen „vornehmen Diskussionen" berichtet:

"Kein Mensch wurde geboren, ohne dass der Teufel ihn von seiner Geburt an traf und er wegen dieser satanischen Beeinträchtigung weinte: Die einzigen Ausnahmen sind Maria und ihr Sohn".

Dieser Vers der "vornehmen Diskussionen" ist in der Interpretation der "Jalalein" des Vers 35 der Sure der Familie Imran aufgeführt. Diese Worte, die in der ganzen muslimischen Welt akzeptiert werden, sind eine Anerkennung der Unbefleckten Empfängnis Marias.

Durch diese Worte teilt uns der Prophet Mohammed mit, dass jeder Mensch, die Propheten und er selbst mit diesem Makel geboren werden, ausgenommen die Unbefleckte Maria und selbstverständlich auch ihr Sohn, der Messias.

3. Der Himmelstisch oder das Brot des Lebens [Zurück]

Der Koran offenbart uns, dass Gott vom Himmel ein „Tisch" mit Speisen herab sandte, um die Apostel Jesus zu ernähren. Diese himmlische Speise ist ein gemeinsamer Punkt im Evangelium und im Koran, der von der grossen Mehrheit der Gläubigen ignoriert wird. Es handelt sich, um die Kommunion zum Körper und Blut des Messias, der geistige Tisch Gottes. In der Tat, erzählt der Koran in einer bildlichen und zusammengefassten Form von der österlichen Mahlzeit, welche Jesus mit seinen Apostel teilte. Zu diesem Anlass setzte Er das geistige Mahl durch die Teilnahme an seinem Leib und seinem Blut ein. Über dieses Ereignis wird vom Koran mit viel Feinfühligkeit berichtet, um das Unwissen der damaligen arabischen Welt bezüglich der evangelischen Botschaft zu respektieren:

"O Jesus, Sohn der Maria, sagten die Apostel, kann dein Herr uns einen Tisch (mit Speisen) vom Himmel herabsenden? Fürchtet den Herrn, antwortete Jesus ihnen, wenn ihr treu seid. Wir möchten, sagten sie, uns daran setzen und davon essen, damit unsere Herzen ruhig sein werden. Wir werden sicher sein, dass du die Wahrheit gepredigt hast, und wir werden Zeugnis ablegen (Zeugnis zugunsten des Tisches). Jesus, der Sohn Marias, sagte dieses Gebet: Gott, unser Herr, sende uns einen Tisch vom Himmel herab, damit er ein Festmahl für den ersten und den letzten von uns sei und ein Zeichen, deines Könnens. Nähre uns. Du bist der grosszügigste der Spender. Gott sagte: Ich will ihn euch hinabsenden, aber Unglück über jenen, der nach diesem Wunder noch ungläubig sein wird: Ich werde für ihn eine Strafe vorbereiten, die schrecklichste, die je für ein Geschöpf vorbereitet wurde" (Koran 5; Der Tisch, 111-115).

Von welchem Himmelstisch ist hier die Rede? Den wahren Sinn zu kennen ist von wesentlicher Bedeutung, denn die Apostel versprachen Zeugen davon zu sein. Zudem soll dieses Zeugnis bis zum letzten Gläubigen auf Erde reichen, da Jesus diesen Tisch bestellt, damit er „ein Festmahl für den ersten und den letzten von uns sei". Da sandte Gott diesen Tisch herab und drohte die Ungläubigen mit der härtesten Strafe.

Verschiedene Interpreten sahen in diesem Tisch eine materielle Nahrung bestehend aus Fischen oder Fleisch. Sie haben das durch Jesus bewirkte materielle Wunder der Vermehrung von Broten und Fischen welches im Evangelium erzählt wird (Johannes 6) mit dem Wunder der geistigen Mahlzeit, des geistigen Tisches, welcher nach dem Koran "vom Himmel herabkam", verwechselt.

Das Johannes-Evangelium berichtet im Kapitel 6 über die Worte Christi betreffend dieser geistigen lebenswichtigen Mahlzeit. Er sagte, dass sein Fleisch und sein Blut eine geistige Nahrung und ein geistiger Trank seien, welche den Gläubigen "das ewige Leben" geben würden. Viele Jünger, als sie seine Worte hörten, fanden sie zu stark und entfernten sich von Jesus (Johannes 6, 48-66). Heute noch lehnen viele „Gläubige" diese Worte ab und stellen die Frage: „Wie kann dieser Mensch uns sein Fleisch zum essen geben?" (Johannes 6,52).

Trotz Jahrhunderten von Vorbereitung konnten die Juden Jesus nicht verstehen. Viele sogenannten Christen verstehen den tiefen Sinn dieser Worte heute noch nicht. Wie konnte man also den Arabern der Arabischen Halbinsel, welche die Bibel ignorierten, diese geistige Mahlzeit erklären? Der Koran musste also die biblische Botschaft durch Andeutung und bildlicher Sprache darstellen, um bei den Arabern, welche die Wahrheit liebten, eine heilige Neugier hervorzurufen, die zur Suche nach ihrem Sinn im Evangelium hinführte. Dort würden sie das vollständige Licht bezüglich dieses Geheimnisses des koranischen Tisches, welches vom Himmel herabkommt finden. Viele haben Mühe an diese Tatsache zu glauben; man kann daran „glauben oder nicht! Es nehmen oder es lassen!" Jedem die eigene Verantwortung!

Verschiedene Interpreten behaupten dieser geistige Tisch sei von Gott noch nicht gesandt worden. Dies stimmt mit den Worten im Koran nicht überein: "Gott sagte: Ich will ihn euch hinab senden." Gott liess ihn also bereits in jener Zeit auf die Apostel herab und drohte sogar den Ungläubigen grausame Qualen an. Ausserdem erbat ihn Jesus damit "der ersten und der letzte" seiner Gläubigen dafür Zeugnis ablegen. Die ersten Apostel haben also daran teilgenommen. Er muss bis zur Endzeit bleiben, damit die letzten Gläubigen auf Erde dafür Zeugnis ablegen.

Der Messias gab den Aposteln dieser „gedeckter Tisch", der vom Himmel herab kam. Er ist dieses „Brot des Lebens, welches vom Himmel herab kommt" (Johannes 6,32-36). Jesus gab dieses himmlische Brot ein Jahr nachdem Er davon gesprochen hatte. Dies ereignete sich während dem Ostermahl, das Er mit seinen Aposteln teilte, als Er Brot nahm und es ihnen mit folgenden Worte gab:

"Nehmt und esst, das ist mein Leib. Dann nahm er den Kelch, und reichte ihn den Jüngern mit den Worten: Trinkt alle daraus; das ist mein Blut, das Blut des Neuen Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden" (Matthäus 26, 26-29).

Die Apostel - und die Gläubigen nach ihnen - verstanden zu diesem Zeitpunkt in welcher Art sich der Messias ihnen als Speise und Trank hingibt. Das Mahl oder der gedeckte Tisch, der vom Messias dem „ersten und letzten" Gläubigen geschenkt wird, ist der Heilige Geist. Dieser bleibt im Herzen der Gläubigen durch das Brot, das sie essen und den Wein, den sie trinken: sie enthalten nämlich den Leib, das Blut und die Seele des auf ewig lebendigen Messias.

Dieser himmlische Trank ist im Kapitel Die Betrüger des Koran erwähnt: diejenigen, die von diesem seltenen Wein trinken sind rein. Es sind die Auserwählten Gottes. Diejenigen, die es ablehnen davon zu trinken, sind die verdammten. Der Koran offenbart in der Tat:

„Die Frommen befinden sich in Wonne; auf Ruhebetten liegend und können überall hinsehen. Die Glückseligkeit der Wonne sieht man ihnen am Gesicht an. Sie erhalten versiegelten edlen Wein zu trinken, dessen Siegel aus Moschus besteht - danach sollen die Strebenden streben &emdash; und dessen Mischwasser von Tasnîm kommt, von einer Quelle, an der diejenigen trinken, die Gott nahestehen. Die Sünder (die es ablehnten davon zu trinken) lachten über die Gläubigen (an den versiegelten Wein)..." (Koran 88; Die Betrüger, 22-29).

Indem der Koran den Gläubigen auf poetischer und harmonischer Weise dieser geheimnisvolle „versiegelte Wein" schenkt, bezeugt er die Worte Jesus im Evangelium des Johannes betreffend dieses ebenfalls „versiegelte Brot", eine durch Gott versiegelte Nahrung, die vom Himmel herab kommt. Es ist nämlich Jesus selbst, „denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt" (Johannes 6,27). Diese himmlische Nahrung befindet sich im Brot und Wein, die grosszügig auf dem himmlische Tisch Gottes, das fortdauernd vom Himmel herabkommt, serviert werden.

Erinnern wir uns an die Worte Jesus im Kapitel des (gedeckten) Tisches:

„Gott, unser Herr, sende uns einen Tisch vom Himmel herab, damit er ein Festmahl für den ersten und den letzten von uns sei, und ein Zeichen von Dir..." (Koran 5; Der Tisch, 114).

Der Tisch wurde also nicht nur für die Apostel herab gesandt. Er kommt weiterhin jeden Tag und an jedem Ort herab, um ein Festmahl „für die ersten und die letzten" zu sein, für die Gläubigen also in allen Orten bis zum letzten Gläubigen, bis zum Tag der Auferstehung. Er wird auf ewig vor Gott Zeugnis ablegen zugunsten derjenigen, die für ihn auf Erde Zeugnis abgelegt haben.

Der gedeckte Tisch und dieser aus Moschus versiegelte göttliche Wein, die vom Himmel herabkommen, teilen die Menschheit in zwei Einheiten auf: auf der einen Seite die Auserwählten Gottes, die sich von diesem Tisch ernähren, und auf der anderen die Verdammten, die es ablehnen sich davon zu ernähren und sich über diejenigen, die daran glauben lustig machen.

Schlussendlich muss eine äusserst wichtige Tatsache unterstrichen werden: der göttliche Koran ermuntert die Gläubigen sie sollen wahrhaftig bestrebt sein von diesem geheimnisvollen Trank, das vom Himmel herabkommt, zu trinken (Koran 88; Die Betrüger, 26). Dieser Trank unterscheidet sich vollständig von den alkoholischen Getränken dieser Welt. Alle, die diesen göttlichen Wein ablehnen, sollen sich doch mit Weisheit erfüllen. Alle, die sich über die Gläubigen, die danach „streben", lustig machen, sollen sich von dieser Haltung abwenden bevor es zu spät ist.

Der Geist

Die islamische Welt hat nur eine unbestimmte Vorstellung des „Geistes". Dieses Wort erscheint öfters im Koran, wird aber nicht näher erläutert. Die Gläubigen können sich fragen was dieses Wort genau bedeutet. Der Koran sagt:

„Man fragt dich nach dem Geist: Sag: Der Geist ist Sache von meinem Herrn. Aber ihr habt (im Koran) nur wenig Wissen erhalten" (Koran XVII; Die nächtliche Reise, 85).

Es entspricht einer göttlichen Weisheit, dass der Koran den Muslimen das Wesen des Geistes verbirgt. Gott wollte, dass die koranische Offenbarung eine offene Tür und ein Durchgang zur Bibel und insbesondere zum Evangelium sei, wie er auch wollte, dass der Koran ein Zeuge zur Bestätigung der Echtheit der biblischen Offenbarung sei, wie bereits erläutert.

Im Koran ist die Frage des Geistes ähnlich wie diejenige des „Tisches", das Gott auf die Apostel hinab gesandt hat. Der Gläubige kann dessen Sinn nur verstehen, indem er auf die Bibel zurück greift. In der Tat, regt der Koran selbst die Gläubigen an, die Bibel und die Leute der Bibel zu befragen. Wir lesen im Kapitel Jonas:

„Wenn du (Mohammed) über das, was wir zu dir hinab gesandt haben, im Zweifel bist, dann frag diejenigen, die die Schrift (Bible) lesen vor dir. Zu dir ist doch von deinem Herrn die Wahrheit gekommen. Du darfst ja nicht zweifeln" (Koran 10; Jonas, 94).

Der Koran erscheint also als Durchgang zur Bibel. In diesem Buch werden die Gläubigen die Erläuterung von dem was im Koran teilweise offenbart wurde finden. Der Koran erklärt in der Tat deutlich, dass er den Arabern, die damals im Unwissen waren, nur einen Teil der Wissenschaft schenkt, und sogar „wenig Wissenschaft", dessen Ergänzung sich in der Bibel befindet:

„Ihr habt (im Koran) nur wenig Wissen erhalten" (Coran 17; Die nächtliche Reise, 85).

Diejenigen, die die Bibel anschwärzen gehören zu jenen die „im Zweifel sind" (Koran 10; Jonas, 94). Der Gläubige aber, der offen sein will gegenüber der Gesamtheit der göttlichen Offenbarung wird in der biblischen Offenbarung die Antwort auf die Frage der Bedeutung des Wortes „Geistes" finden: Es ist der Heilige Geist Gottes, Gott selbst, der sein ewiger Geist seit Abraham zu den Propheten sandte, und danach im Schloss der Jungfrau Maria Fleisch geworden ist, wie es Gott in der Bibel und im Koran offenbarte.

Das Evangelium erzählt folgendes:

„... Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden" (Lukas 1,34-35).

Auf gleicher Weise lesen wir im Koran:

„Der Messias Jesus, der Sohn Maria, ist der Gesandte Gottes und sein Wort, das er der Maria entboten hat, und einen Geist von ihm" (Koran 4; Die Frauen, 171).

Als die Gesandten des Propheten Mohammed sich vor dem Negus befanden, um ihm die Lehre des Propheten zu erläutern, antwortete Jaafar-Ibn-Abi-Taleb, dass Jesus „der Diener Gottes, sein Gesandter, sein Geist und sein Wort, das der Jungfrau Maria entboten wurde", ist.

 

VIERTES KAPITEL

Einladung zum Nachdenken [Zurück]

Dieses letzte Kapitel lädt den Leser zum Nachdenken über zwei Punkte ein:

1. Der Einladungsbrief zum Glauben, welchen Mohammed Kaiser Herakles sandte.

2. Der Empfang, den der Negus von Äthiopien den zu ihm geflüchteten Muslimen nach ihrer Flucht aus Mekka bereitete.

 

1. Der Brief an Herakles [Zurück]

Hier ist die Übersetzung dieses Briefes:

"Im Namen des barmherzigen Gottes. Von Mohammed, dem Diener Gottes, an Herakles, den grossen König der Byzanthiner: Gegrüsst seien jene, die den rechten Weg gehen. Jetzt lade ich dich ein, die Botschaft des Islams entgegenzunehmen. Akzeptiere den Islam und du wirst gerettet werden und Gott wird dich doppelt belohnen. Wenn du dich weigerst, wird die Gottlosigkeit der Arianer über dich kommen. O Leute der Schrift kommt, diskutiert und seid einverstanden mit der Tatsache, dass wir einen einzigen Gott anbeten, ohne ihm etwas beizufügen und ohne Herren unter uns auszurufen, ausgenommen Gott. Wenn ihr akzeptiert, dann sagt: 'Wir bezeugen, dass wir Muslimen sind' ".

Zwei Punkte interessieren uns in diesem Brief:

A) Die doppelte Belohnung

Der Prophet Mohammed verspricht dem Herakles eine „doppelte Belohnung", falls er an die Botschaft glaubt. Der Prophet wiederholt hier diese von Gott versprochene doppelte Belohnung der Christen, welche ihren Glauben zum Islam kund getan haben, als sie verkündeten: "Wir waren Muslims vor ihm (der Koran)". Und Gott antwortet diesbezüglich im Koran: "Diese werden doppelte Belohnung erhalten" (Koran 28; Die Geschichte 53-54). Die erste Belohnung lässt sich aus ihrem Glauben an Christus und am Evangelium ableiten; die zweite resultiert von ihrem Glauben an den Koran, welcher die Bibel und das Evangelium bezeugt.

Welche Haltung müssen die heutigen Christen haben, die an das Evangelium und an den Koran glauben? Gemäss dem Propheten Mohammed - und gegen der Ansicht vieler traditioneller Muslims - müssen sie auf keine einzige evangelische Lehre verzichten. Mohammed verlangt lediglich, dass sie sagen: "Wir sind Muslims" (d.h. Gott ergeben). Gemäss der Sure "Die Geschichte" waren sie bereits Muslims und Gott unterworfen noch vor dem Koran.

Als der Negus von Äthiopien in Begleitung der koptischen Patriarchen zum ersten Mal die muslimische Botschaft hörte, riefen die Patriarchen verwundert aus: "Aber diese Worte stammen aus derselben Quelle wie die Worte unseres Herrn Jesus Christus".

Gleichermassen bezeugt der Koran, dass der Islam vor der islamischen Offenbarung bestand.

"Jesus bemerkte bald die Ungläubigkeit (der Juden). Er rief: Wer hilft mir auf dem Weg zu Gott? Wir sind es, antworteten die Jünger, wir sind Helfer auf dem Weg zu Gott. Wir glauben an Gott und du bezeugst, dass wir Muslime sind (seinem Willen ergeben)" (Koran 3; Die Sippe Imrans, 52).

Und Gott sagte in einem anderen Vers:

"Ich sagte den Aposteln: Glaubt an mich und meinen Gesandten (Jesus), sie sagten: Wir glauben und du bist Zeuge, dass wir Muslimen sind" (Koran 5; Der Tisch, 111).

Folglich waren die Apostel Jesus im koranischen Konzept bereits Muslimen vor dem Islam und jeder, der glaubt, dass Jesus der Messias ist indem er das Evangelium akzeptiert, ist bereits Muslim d.h. Gott „ergeben".

Jeder der nach dem Kommen Mohammeds, der die Echtheit des Evangeliums bezeugte, ihn leugnet, leugnet auch das Evangelium. Jeder der an Mohammed glaubt, bezeugt zusammen mit ihm die Echtheit des Evangeliums und erhält eine „doppelte Belohnung". Gleichermassen, der Muslim der an den Koran und an Mohammed glaubt und sich dem Evanglium mit den heutigen Text unterwirft, bezeugt zusammen mit dem Koran dessen Echtheit. Falls er das Evangelium leugnet, ist er kein Muslim mehr. Er verwandelt sich in ein falscher Zeuge des Evangeliums und des Korans, und die Gottlosigkeit der Arianer ist über ihn.

B. Die Ketzerei des Arianismus

Der zweite Punkt, der das Interesse erweckt, ist die Erwähnung der „arianischen Gottlosigkeit" bekannt im Westen unter dem Namen "Arianismus". Der Arianismus erschien im 3. Jahrhundert nach Christus in Alexandria. Ein christlicher Priester mit Namen Arius leugnete die Gottheit von Christus und hatte viele Jünger, bekannt unter dem Namen Arianer (nicht zu verwechseln mit der arischen Rasse). Das Konzil von Nicäa, das im Jahre 325 nach Christus abgehalten wurde, verurteilte den Arianismus. Diese Ketzerei, die in der christlichen Geschichte gut bekannt ist, dauerte nach dem Konzil von Nicäa noch lange an. Sie verbreitete sich im Orient bis in die Zeit des Propheten Mohammed und sogar noch später. Seine üblen Konsequenzen halten noch bis heute an. Die muslimischen Interpreten, die den wahren Sinn des Arianismus nicht kennen, sind unfähig eine genaue Erläuterung darüber zu geben und verzerren die Absicht Mohammeds.

Durch die Erwähnung dieser Ketzerei, bezeugt Mohammed eine Weisheit und eine Intelligenz, die jeden gescheiten Menschen beeindruckt. Der Prophet bescheinigt somit, aus seiner arabischen Umgebung in der Wüste, dass die Entscheidungen des Konzils von Nicäa, welche den Arianismus verurteilen berechtigt sind, und dass er sie vollkommen billigt. Diese Ketzerei war aber die Leugnung der Gottheit Jesus und der göttlichen Dreifaltigkeit. Ist das nicht eine implizite Anerkennung Mohammeds dieser zwei göttlichen Wahrheiten?

2. Die Zuflucht der Moslems nach Äthiopien [Zurück]

Die ersten Jünger Mohammeds flüchteten sich in zwei sich folgenden Gruppen nach Äthiopien. Als die erste Gruppe in Äthiopien ankam, sandte der Stamm der Quraisch von Mekka ebenfalls zwei Boten, Amru-ibn-El-Ass - welcher später Muslim wurde - und Abdallah-ibn-Abi-Rabiah, mit wertvollen Geschenken, die sie dem Negus „Jahmassa" überreichten. Diese Boten verlangten die Auslieferung der muslimischen Flüchtlinge. Sie beschuldigten sie, übelwollend zu sein, der Religion ihres Volkes entsagt zu haben und sich der Religion des Negus entgegenzustellen,. Diese Leute hatten gemäss den Boten des Stammes Quraisch eine unbekannte Religion erfunden, die derjenigen des Negus und der Araber entgegengesetzt war.

Der Negus weigerte sich die Flüchtlinge auszuliefern, ehe er sie angehört hatte. Einer unter ihnen, mit Namen Jaafar-ibn-Abi-Taleb ergriff in Gegenwart des Negus und der äthiopischen religiösen Führern das Wort:

"O König, wir waren ein unwissendes Volk, welches die Götzen anbetete bis Gott uns von unter uns einen Propheten sandte, dessen Herkunft, Ehrlichkeit und Treue wir kennen. Er lud uns ein, an den einzigen Gott zu glauben und ihn anzubeten."

Der Negus antwortete:

"Kannst du uns einen von diesem Mann, von Gottes Herkunft, geschriebenen Text vorlesen?"

Jaafar antwortete: "Ja" und trug das ganze koranische Kapitel über Maria vor, bis zum Vers wo Jesus sagt:

"Friede ist über mir am Tag, da ich geboren wurde, am Tag, da ich sterbe, und am Tag, da ich auferweckt werde" (Koran 19; Maria, 33).

 

Als die Patriarchen diese Worte hörten, sagten sie: "Aber diese Worte stammen aus derselben Quelle aus der die Worte von Jesus Christus stammen."

Und der Negus bestätigt dies indem er zu den zwei Boten sagte: "Die Worte dieser Leute und die Worte von Moses gehen aus derselben Quelle hervor. Reist ab! Im Namen Gottes, ich liefere euch keinen dieser Leute aus".

Aber die zwei Boten gaben ihr Vorhaben noch nicht auf. Sie kehrten zurück und sagten zum Negus:

"Die Muslime halten schlechte Reden über Jesus, den Sohn Marias. Lass sie holen und frage sie nach diesem Thema." Als sie vor dem Negus ankamen, antwortete Jaafar ihnen: "Wir sagen, das was uns unser Prophet lehrt. Jesus ist der Diener Gottes, sein Gesandter, sein Geist und sein Wort, gesandt zu der Jungfrau Maria". Diese Muslime hatten also verstanden, dass Jesus allein der Geist und das Wort Gottes war.

Als der Negus das hörte, nahm er einen Stab und zog eine Linie in die Erde und sagte: "Zwischen euer Religion und unserer gibt es nur noch diese Trennungslinie".

Hätte der Negus Mohammed persönlich gekannt und seine Lehren aus seinem eigenen Mund gehört und wäre die Atmosphäre durch die zwei Boten aus Mekka nicht vergiftet worden, dann hätte der Negus diese Linie sicher nie zwischen sich und den Gläubigen gezogen. Der Prophet Mohammed wollte nie eine solche Trennungslinie. War es nicht der Prophet selbst, der die Leute des Buches veranlasste zu sagen: "Unser Gott und euer Gott ist einer" (Koran 29; Die Spinne, 46). Wo ist also diese Linie in der Gesinnung Mohammeds? Sie existiert ganz einfach nicht.

Es ist nun Zeit für alle reifen Gläubigen die Linien und künstlichen Hindernisse, die während Jahrhunderten durch den menschlichen Fanatismus errichtet wurden, zu überschreiten. Die Zeit ist gekommen, wo der Gläubige seinen Glaubensbruder wiederfindet und umarmt.

Es gibt keine Juden mehr, es gibt keine Christen mehr, es gibt keine Muslime mehr. Wir sind alle Juden, wir sind alle Christen und wir sind alle Muslime, vorausgesetzt wir überwinden den Buchstaben, um uns im Geist und in der Absicht Gottes zu umarmen, nachdem wir die wahre Absicht Gottes in der biblisch-koranischen Offenbarung entdeckt haben. Lasst uns „von selbst beurteilen was recht ist", wie es der Messias empfiehlt (Lukas 12,57). Das ist der „Gerade Weg" des Korans (Koran I; Fatiha, 6).

Lasst uns den Mut haben Unabhängige Gläubige zu sein!

Schlussfolgerung [Zurück]

Warum habe ich dieses Buch "Glaubensbetrachtung des Korans" genannt? Der Grund ist einfach: In den Augen der Menschen bin ich Christ und ihrer Meinung nach glaubt ein Christ nicht an den Koran. Mein christlicher Glaube ist aber dem Islam gegenüber treuer, als derjenige vieler Muslime. Der Koran und sein ehrwürdiger Prophet Mohammed zeugen zu meinen Gunsten und gestehen mir doppelten Lohn zu.

Der Koran und die Bibel sind das Monopol von niemanden. Der Koran ist eine göttliche Offenbarung für alle, die das geistige Leben lieben und nach der Vergeistigung ihrer Gedanken streben, um sich in die Nähe des Schöpfers zu setzen und in seiner Gesellschaft ewig von seinem Atem und seinem belebenden Geist zu leben.

Ich glaube an Gott, an Abraham, an Jesus den Messias Gottes und an Mohammed den Prophet Gottes. Ich bin ein Unabhängiger Gläubiger. Ich bin weder Jude, noch Christ, noch Muslim. Und gleichzeitig bin ich Jude, Christ und Muslim. Denn ich glaube, dass es nur zwei Gemeinschaften und keine dritte gibt: Die Gemeinschaft der gesegneten Gläubigen und die Gemeinschaft der verbannten Fanatiker, Angehörige aller Völker, aller Nationen und Religionen.

Somit schliesse ich mein Zeugnis mit diesem erleuchtenden koranischen Vers der Surat 3; Sippe Imrans, 199, ab:

„Unter den Leuten der Schrift - zu denen ich gehöre - gibt es welche, die an Gott glauben und an das, was zu euch (Koran), und was zu ihnen (Bibel) herabgesandt worden ist. Dabei sind sie demütig gegen Gott und verschachern die Zeichen Gottes nicht. Denen steht bei ihrem Herrn ihr Lohn zu".
 

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