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Die
Christen und Israel
Der
heutige Staat Israel stellt für viele Christen eine
Gewissensfrage dar. Unter dem Eindruck des "hitlerischen
Holocausts", haben die einen Israel rasch anerkannt. Die
anderen nur eine kleine Zahl - weigern sich aus
zwei Gründen Israel anzuerkennen:
1) Sie
sind bewegt von der Ungerechtigkeit, die das
palästinensische Volk erleidet, das gewaltsam
vertrieben wurde.
2) Aus
Gründen, die auf den Glauben an Jesus und dem ihm
gebührenden Zeugnis zurückzuführen sind.
Der
Gegenstand unserer Darstellung ist heikel und könnte,
falsch verstanden, Ressentiments hervorrufen. Es muss
deshalb zu Beginn unterstrichen werden, dass sie nicht in
einem antisemitischen Geist geschrieben wurde, sondern aus
der Sorge um eine soziale und religiöse Gerechtigkeit.
Wir sind für die religiöse Freiheit aller
Menschen, wo immer sie sich auch befinden, auch in Israel.
Wir hoffen, dass die zwei Millionen vertriebenen
Palästinenser - Moslems und Christen - wieder
zurück in ihre Heimat kehren können. Die
israelischen Behörden verweigern ihnen die
Rückkehr, weil sie nicht Juden sind. Ist das nicht ein
Rassismus?!
Folgende
Frage muss gestellt werden, um das Problem zu
erläutern: „Was bedeutet für einen Christen
die Anerkennung des Staates Israel?"
Verstehen
wir darunter, die De facto Anerkennung seiner Anwesenheit
oder die Anerkennung der Legitimität seines Bestehens
in Palästina?
Die
historische Tatsache ist, dass erst seit 1948 in
Palästina, eine politische Einheit gegründet
wurde, die von den Vereinten Nationen - einer laizistische
Institution - als Staat Israel anerkannt wurde.
Doch
wie sieht es mit der Berechtigung dieser israelischen
Existenz auf palästinensischem Boden aus?
Als
Beispiel: Ein Mensch besitzt einen sich widerrechtlich
angeeigneten Gegenstand. Wir anerkennen, dass dieser
Gegenstand in seinem Besitz ist. Können wir aber diesen
Zustand bejahen, indem wir ihm eine Berechtigung auf diesen
Besitz zuerkennen, ohne schweres Unrecht zu begehen?
Die
Gewissensfrage stellt sich also in folgender Weise:
"Können wir die Legitimation des Staates Israel in
Palästina anerkennen?"
Spricht
man von der Legitimation eines Staates, dann bezieht man
sich auf ein geschichtliches Recht auf ein gegebenes Gebiet.
Im speziellen Fall Israels, beruft man sich gleichzeitig
auch auf ein biblisches Recht. So werden wir von der
geschichtlichen und der biblischen Legitimation Israels
sprechen.
I
Die geschichtliche Berechtigung [Zurück]
Es
findet sich heute (im 20. Jh.) kein einziges Argument, das
geschichtlich genügend fundiert wäre, um einen
israelischen Staat in Palästina zu rechtfertigen.
Palästina gehört seinen palästinensischen
Bürgern, genau so wie jedes andere Land Eigentum seiner
Bürger ist. Vier Millionen Palästinenser fordern
ihr geschichtlich legitimes Recht auf Palästina. Diese
Rechte gehen auf die Zeit vor der Bibel zurück und die
Bibel erwähnt Palästina und die
Palästinenser. Die Kriege der Palästinenser gegen
die jüdischen Eindringlinge sind bekannt (1 Samuel 28).
Vor
Christus versuchten die Juden oft, einen zionistischen Staat
in Palästina zu gründen. So entstand gegen das
Jahr 1000 v.Chr ein Königreich. Doch dieses
Königreich teilte sich weniger als ein Jahrhundert
später in zwei Teile auf: das Nordreich Samaria und das
Südreich Judäa. Und beide gingen bald danach
unter. Das Nordreich wurde 722 v.Chr., 200 Jahre nach seiner
Gründung, durch die assyrische Invasion zerstört.
Das Südreich wurde 586 v. Chr., etwa 400 Jahre nach
seiner Gründung, ebenfalls durch die Babylonier
zerstört. Die Juden wurden nach Babylon ins Exil
gebracht. Eine kleine Zahl Hebräer blieb mit den
einheimischen Palästinenser zurück.
Erst
im ersten vorchristlichen Jahrhundert, nämlich im Jahr
37 v. Chr. unter dem römischen Imperium, wurde das
jüdische Reich mit König Herodes dem Grossen
wieder hergestellt. Dieses Reich wurde wiederum durch die
römischen Truppen unter Titus im Jahre 70 n.Chr.
zerstört. Die meisten Juden flohen aus Palästina
in alle Himmelsrichtungen. Die Palästinenser aber
blieben in Palästina.
Zweitausend
Jahre später, im Jahre 1948, tauchte in Palästina
wieder ein Staat Israel auf. Er beanspruchte auf Kosten der
Palästinenser, die immer da wohnten, ein Recht auf das
Land. Die Juden, die aus allen vier Himmelsrichtungen ins
Heilige Land zurückströmten, trieben die
Palästinenser gewaltsam hinaus. Diese mussten unter
tragischen Umständen Heim und Hof verlassen, um als
Vertriebene in arabischen Ländern unter Zelten und in
verwahrlosten Behausungen zu leben. Die grossen Mächte
halfen den Juden, sich in Palästina niederzulassen und
anerkannten den hebräischen Staat, eine Viertelstunde
nach dessen Proklamation, am 15. Mai 1948, als ob
Palästina und die Palästinenser nie existierten.
Die
geschichtlichen Beweise ihrer Existenz sind aber zahlreich.
(Biblisch: Num.13, 21 -23: Sozial, kulturell,
folkloristisch, archäologisch: alte und neue
palästinensische Münzen usw. ...)
Man
stellt oft fest, dass jene, die Israel unterstützen,
sich im allgemeinen schuldig an den Juden fühlen; sie
möchten ihnen in Palästina ein Heimatrecht geben.
Doch ist es wirklich gerecht, den einen zu geben, was den
andern entrissen wurde? Darf man über das Gut anderer
verfügen? Dürfen ein Amerikaner, ein
Engländer oder ein Franzose, zum Beispiel, über
das palästinensische Land, das ihnen nicht gehört,
verfügen?
Eine
Frage: Warum haben jene, die gegenüber den Juden ein
schlechtes Gewissen hatten, ihnen nicht ein Teil ihres
eigenen Landes in Europa oder in Amerika zugestanden, damit
sie es verwalten können?
Diese
Frage wird meistens mit dem Argument einer biblischen
Legitimation beantwortet: die Israelis hätten ein
biblisches Recht auf Palästina. So wird die Diskussion
von einer geschichtlichen auf eine biblische Ebene gehoben,
und zwar oft von Leuten, die nichts von der Bibel wissen.
Die
Juden wenden sich also an uns als Christen, damit wir ihnen
ein biblisches Recht auf Palästina zuerkennen. Das Volk
Jesus Christus wird ersucht ein positives Zeugnis
gegenüber denjenigen, die Jesus leugnen, abzulegen. Und
das im Namen der Bibel. Dies ist die Prüfung der Treue,
die von Christus für die Endzeit vorausgesagt wurde.
Selbst der Vatikan ist hinein gefallen.
Denn
das Judentum ist weder eine Rasse noch eine geographische
Grösse, sondern eine Religion, die ihre vollkommene
Erfüllung in Jesus Christus gefunden hat. Es wäre
also für einen Christen absurd, einen jüdischen
Staat für die Juden anzuerkennen, genauso wie einen
christlichen Staat für die Christen.
II
Die biblische Berechtigung [Zurück]
Viele
Christen unterstützen den Staat Israel, weil sie
gutgläubig meinen, dem "auserwählten Volk" sein
"verheissenes Land" zuzugestehen. Wir wollen deshalb im
Lichte des Evangeliums die Bedeutung der Begriffe
„verheissenes land" und "auserwähltes Volk"
erläutern.
A)
Das verheissene Land
Palästina
ist gemäss der Bibel nicht eine verheissenes Land
für die heutigen Israelis, und zwar aus zwei
Gründen:
1) Das
Verheissene Land ist das Symbol einer geistigen
Wirklichkeit.
2) Es
wurde unter gewissen Voraussetzungen verheissen.
1)
- Das "Verheissene Land" ist eine geistige Wirklichkeit
[Zurück]
Gott
versprach Abraham und seinen Nachkommen ein Land. Der
Begriff dieses Verheissenen Landes, so wie er von Gott
gemeint war, wurde von der Bibel, durch alle Jahrhunderte
hindurch erklärt, damit er nicht als geographische,
sondern als geistige Wirklichkeit verstanden werde. Darum
sagt der hl. Paulus: "Im Glauben liess sich Abraham nieder
im Land der Verheissung wie in einem fremden und wohnte in
Zelten mit lsaak und Jakob, den Miterben der gleichen
Verheissung; denn er wartete auf die festgegründete
Stadt, deren Baumeister und Schöpfer Gott selber ist"
(Hebräer 11,9).
Die
Geistigkeit des Verheissenen Landes hat aber seine Wurzeln
schon im Alten Testament. So besass der Stamm Levi kein
Land, denn Gott selber war sein Besitz. Die Bibel sagt: "Dem
Stamm der Leviten aber verlieh Moses keinen Erbbesitz: der
Herr, der Gott Israels, ist ihr Erbbesitz, wie er ihnen
verheissen hat" (Josua 13, 14 und 33) .
Überdies
sagt der Psalm 36 (37), dass die Sanftmütigen und
Gerechten das Land besitzen werden. Es ist nicht gesagt,
dass alle Israelis in Palästina sanftmütig und
gerecht sind. Diese Tugenden kann man auch anderswo finden.
Und schliesslich sagt Jesus selbst, dass das Reich Gottes
nicht eine sichtbare Grösse sei, sondern dass es sich
im Herzen der Menschen befinde. Auf die Frage der
Pharisäer - die ein universales zionistisches Reich
erwarteten - wann das Reich Gottes erscheine, antwortete
Jesus: "Das Reich Gottes kommt nicht in äusserlich
feststellbarer Weise; man wird auch nicht sagen: seht, hier
ist es oder: dort ist es. Denn seht, das Reich Gottes ist in
euch" (Lukas 17,20).
Es
gibt heute sogar bei den Juden Rabbiner, welche die geistige
Dimension des Verheissenen Landes unterstreichen. So etwa
der Kommentar des Grossrabbiners Jonathan Eybeschutz: "Es
steht geschrieben: 'Und ihr werdet verbleiben in dem Land,
das ich euren Vorfahren übergeben habe' (Ezechiel 36,
28). Der Ewige hat Abraham verheissen, ihm das Land Kanaan
zu übergeben; als aber Sarah starb, hatte er nicht
einmal ein Stück Erde, um sie zu begraben. Wie also hat
sich diese Verheissung erfüllt? So haben zwei
"Länder" den Namen Israel: das Land Israel von oben,
und das Land Israel von unten. Das Heilige Land ist das
himmlische Land, wo die göttlichen Wohnungen sind, aus
welchen sich die Quellen der Weisheit ergiessen. Dieses
geistige Land war unsern Vorfahren verheissen und gegeben,
nicht das materielle Land" (Rabbi Emmanuel Levyne, Le
Royaume de Dieu et le royaume de Cesar. Editions 'Le
Reveil', Beyrouth).
Auch
der Begriff der Nachkommen Abrahams, die Erben des
verheissenen Landes, ist geistig zu verstehen. Ein Christ
sollte ihn nicht mit menschlichen oder geschichtlichen
Abstammungen erläutern, so wie das Erbe des Vaters an
den Sohn geht, sondern mit dem Glauben an den Messianismus
Jesus Christi. So sagt der hl. Paulus: „Wenn ihr aber
Christus angehört, seid ihr ja Abrahams
Nachkommenschaft, Erben gemäss der Verheissung"
(Galater 3,29).
So
kann also ein Jude, der sich weigert, Jesus als Christus
anzuerkennen und einen andern Messias erwartet, nicht von
einem Christen als Nachkomme Abrahams betrachtet werden,
auch nicht als Erbe des verheissenen Landes, sei es geistig
oder materiell.
2)
- Die Verheissung ist bedingt [Zurück]
Gott
enterbte die Juden noch vor der Ankunft Jesus Christi, denn
das Land wurde unter der Bedingung der Bundestreue
verheissen. Diese Bedingung wurde aber nicht eingehalten.
Das Bündnis wurde durch die Juden selbst gebrochen.
Gott kündigte einen Neuen Bund an, der von Jesus
eingesetzt wurde. Die Juden haben ihn stets abgelehnt.
a) Die
Bedingung
Nehmen
wir an, das verheissene Land sei ein geographischer Ort. Man
darf dann nicht vergessen, dass die Verheissung an einer
Bedingung geknüfpt war. Moses sagte: "Wenn du nicht
alle Worte dieses Gesetzes beachtest, ... so verhängt
der Herr über dich und deine Nachkommen unge-
wöhnliche Plagen..." (Deuteronomium 28,58).
Das
Bindewort "Wenn" zeigt, dass die Verheissung bedingt ist.
Moses fährt weiter: "Du hast der Stimme des Herrn,
deines Gottes nicht gehorcht. Wie der Herr einst seine
Freude hatte daran, euch glücklich zu machen und zu
vermehren, so wird dann der Herr seine Freude daran haben,
euch zu verderben und zu vertilgen, und herausgerissen
werdet ihr aus dem Lande, in das du ziehst, um es zu
bewohnen" (Deut 28, 58-63).
Es ist
somit eindeutig, dass für die Juden und ihre Nachkommen
im Falle einer Untreue keine Rede mehr von verheissenem Land
ist, sondern von schweren Strafen und von Vertreibungen aus
diesem Land. Dies sind die Bedingungen des Bündnisses.
b) Der
gebrochene Bund
Die
Juden hielten die Bedingungen des Bundes nicht ein. Die
Bibel sagt deutlich, dass sie Gott verraten und sich
Götzenbildern aus den Nachbarländern zuwandten.
Sie haben diesen Göttern sogar die eigenen Kinder
geopfert, um so die heidnischen Gewohnheiten nachzuahmen
(vgl. 1 Kön 16,30 -34 / Jer 730-32). Auch der Psalm 106
(105) gibt eine Bilanz der Untreuen des jüdischen Vol-
kes: "Sie empörten sich gegen den Höchsten... Sie
vermischten sich mit den Heiden und lernten ihre Sitten...
Sie machten ein (goldenes) Kalb am Horeb... Sie hielten zum
Baal-Gott... Sie brachten ihre Söhne und Töchter
den Dämonen zum Opfer dar; sie vergossen schuldloses
Blut, das Blut ihrer Söhne und Töchter, das sie
den Götzen Kanaans opferten".
Deshalb
liess Gott durch das Wort seiner Propheten seinen Zorn gegen
Israel ausbrechen: "Hört dies, ihr Häupter des
Hauses Israel, die ihr das Recht verabscheut und alles, was
Gerade ist verdreht, die ihr Zion erbaut mit Blut und
Jerusalem mit Frevel. Dabei stützen sie sich auf den
Herren und sagen: Ist der Herr nicht in unserer Mitte?...
Deshalb wird euretwegen Zion als Feld gepflügt,
Jerusalern wird zum Trümmerhaufen..." (Micha 3,9-12).
Gott
spricht auch im Buch Jesaja: "Söhne zog ich heran und
erhöhte sie; sie aber lehnten sich gegen mich auf. Ein
Ochse kennt seinen Besitzer, ein Esel die Krippe seines
Herren, Israel aber hat keine Erkenntnis... Wehe,
sündiger Haufe, schuldbeladenes Volk, Brut von
Verbrechern, Söhne, die frevelhaft handeln! Sie
verliessen den Herren" (Jes 1,2-4) .
c) Der
Bundesbruch und der Neue Bund
Nachdem
Israel in Untreue fiel, bestätigt Gott durch Jeremia
den Bundesbruch durch die Juden und kündet einen Neuen
Bund an. In diesem Neuen Bund wird dem Gläubigen nicht
mehr ein Land, sondern Gott selber versprochen:
"Fürwahr, Tage kommen - spricht des Herr, - da
schliesse ich mit dem Haus Israel einen neuen Bund, nicht
dem Bunde gleich, den ich mit ihren Vätern schloss...
und den sie gebrochen haben... Vielmehr so soll der Bund
sein... Ich lege mein Gesetz in ihr Inneres und schreibe es
ihnen ins Herz. Dann werde ich ihr Gott sein, und sie sollen
mein Volk sein" (Jer 31, 31-33).
Es ist
eindeutig, dass dieser Neue Bund verschieden sein wird, denn
es ist gesagt: "Nicht dem Bunde gleich....". Der Unterschied
liegt darin, dass dieser Bund nicht ein geographisches Land,
sondern Gott selbst zum Inhalt hat, der sich allen schenkt,
die an Jesus, den Gründer des Neuen Bundes glauben.
Die
Juden lehnen immer noch den Neuen Bund Christi ab, denn er
verspricht ihnen kein geographisches Gebiet und gibt ihnen
auch nicht das „Privileg", ein zionistisches Weltreich
aufzubauen.
B)
Das auserwählte Volk [Zurück]
Gott
hat nie, wie es viele meinen, ein bereits bestehendes
hebräische Volk auserwählt. Die Wahl Gottes traf
einen Mann, Abraham der Syrier, und nicht eine jüdische
Nation, die vor Abraham noch gar nicht existierte. Es ist
also falsch zu glauben, das Judentum sei eine Rasse. Deshalb
erinnert die Bibel die Juden daran, dass ihr Vorfahre
Abraham Aramäer, d.h. Syrier, war. Moses weist auf
diesen Punkt hin, als er zu den Juden sagt: "Dann
erkläre feierlich vor dem Herren, deinem Gott: Mein
Vater (Abraham) war ein Aramäer. .." (Deut 26, 5).
Der
Sinn der Wahl Abrahams bestand darin, ein soziales Milieu zu
schaffen, das den Messias aufnehmen sollte. Das Ziel war
also nicht das Volk, sondern der Messias, "der in sein
Eigentum kam, doch die Seinigen nahmen ihn nicht auf" (Joh
1, 11) .
Doch
allen, die Jesus als Messias aufnahmen, unabhängig von
ihrer Rasse, "gab er Macht, Kinder Gottes zu werden" (Joh 1,
12) und so ein universales Volk Gottes zu bilden. Nach dem
Evangelium ist das Volk Gottes dasjenige, das an Jesus
glaubt.
Einst
sagte Jesus zu den Juden: "Wenn ihr nicht glaubt, dass ich
(der Christus) bin, dann werdet ihr in euren Sünden
sterben". Oder: "Wenn ihr Gott zum Vater hättet,
würdet ihr mich lieben..." Und er erklärt ihnen
gar: "Ihr habt den Teufel zum Vater, und ihr wollt das tun,
wonach es euren Vater verlangt" (Joh 8, 24- 44).
Was
sagen ihnen die Christen heute?... „Ihr seid unsere
älteren Brüdern", hatte ihnen der Papst in der
Synagoge von Rom gesagt. Wie können ein Jünger
Jesus und einer, den Ihn ablehnt, Brüder sein?
„Wenn jemand zu euch kommt und nicht diese Lehre
mitbringt, dann nehmt ihn nicht in euer Haus auf und
verweigert ihm den Gruss. Denn wer ihm den Gruss bietet,
macht sich mitschuldig an seinen bösen Taten" (2
Johannes 10,11).
Für
Jesus, dessen Zeugen wir sind, ist der wahre Jude der
Jünger Jesus. Bezeichnet nicht Jesus in der Apokalypse
die Juden "als Lästerer, die sich Juden nennen und es
nicht sind, sondern Synagoge des Satans" (Offenbarung 2, 9 /
3, 9).
So
sagt der Apostel Paulus: "Seid ihr aber Christi, so seid ihr
Abrahams Nachkommenschaft" (Gal 3, 29). Er ruft die Juden
auf, an Jesus zu glauben, um dem Volk Gottes eingepflanzt zu
werden (Römer 11, 23) .
Es
steht nicht zur Frage, die Juden als Personen zu verwerfen,
sondern Israel als Staat. Im Gegenteil: die Juden sind
eingeladen Jesus zu folgen, um zum Volk Gottes zu
gehören. Die Liebe und die Wahrheit drängen uns,
sie nicht im Irrtum, mit der Überzeugung sie seien
immer noch das Auserwählte Volk im Verheissenen Land,
zu belassen.
Wir
sollten verstehen, dass die Juden, die immer noch Jesus als
Messias leugnen, die spezifische Charakteristik des vom hl.
Johannes angekündigten Antichristen, bezeugen: "Wer ist
der Lügner, wenn nicht derjenige, der leugnet, dass
Jesus der Christus (der Messias) ist? Das ist der
Antichrist" (1 Joh 2, 22) .
Alle
Christen und alle Moslems anerkennen, dass Jesus der Messias
ist. Wir finden Anhänger Jesus sogar im Buddhismus und
im Hinduismus. Gandhi sprach oft seine Bewunderung für
Jesus aus, und er verbarg auch nicht seine Enttäuschung
an den Christen: "Gebt mir Jesus und behaltet für euch
die Christen", sagte er .
Die
Prophezeiung des Apostels Johannes über den
Antichristen kann nicht angewandt werden auf jene, die Jesus
als den Messias anerkennen, sondern nur auf jene, die seinen
Messianismus ablehnen. Diese Charakteristik trifft nur
für die Juden zu, die ausdrücklich Jesus leugnen
und einen andern Messias erwarten. Das ist der Antichrist.
Man
sollte nicht erstaunt sein, dass die Juden, die Jesus
ablehnen nicht zum auserwählten Volk gehören.
Jesus hatte einem römischen Offizier, der seinen
Glauben an ihn bezeugte, gesagt: "Ich sage euch aber: Viele
werden von Osten und von Westen kommen und sich zu Tische
setzen mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich. Die
Söhne des Reiches (Israel) aber werden hin-
ausgestossen werden in die Finsternis draussen; dort wird
Heulen und Zähneknirschen sein" (Mt 8,11 ).
Der
Gegensatz zwischen dem Reich Gottes und dem Reich Israel
bildet den Kern der Zwiespalt zwischen Jesus und Juden.
Dieser Gegensatz lässt sich aus den oben zitierten
Worten Jesus deutlich ableiten. Er denunziert die Söhne
des Reiches Israel und wirft sie hinaus in die Finsternis.
Somit
ist seit dem Kommen Jesus der Begriff des auserwählten
Volkes von einem Stammesbegriff zu einem die ganze
Menschheit umfassenden Begriff umgewandelt worden. Aus
diesem Grunde verurteilt Jesus die "Söhne des Reiches"
(Israel), die aus dem Judentum eine politische und soziale
Grösse machen wollten: "Ihr habt den Teufel zum Vater,
und ihr wollt das tun, wonach es euren Vater verlangt"
(Johannes 8, 24- 44). Diejenige, die den Teufel zum Vater
haben können nicht die „älteren Brüdern"
derjenigen sein, die Jesus zum Vater haben.
Ebenfalls
aus diesem Grund hat sich Jesus geweigert, König eines
zionistischen Reiches zu sein: "Mein Reich ist nicht von
dieser Welt", sagte er (Johannes 18,36) (Siehe:
„Die
Tragödie Jesus").
Die
Propheten hatten bereits die Auserwählung Gottes auf
die Völker aller Rassen ausgeweitet. So spricht Jesaja,
acht Jahrhunderte vor Christus, diese Weissagung aus: "Ich
komme, um zu versammeln alle Völker und alle Zungen...
und aus ihren Reihen werde ich mir Priester und Leviten
nehmen, spricht der Herr"(Jesaja 66,18 -21).
Was
lässt sich daraus schliessen? Paulus antwortet: "Wie
nun? Was Israel erstrebte, das hat es nicht erlangt; die
Auserwählten aber haben es erlangt" ( Röm 11, 7) .
Die
Jüngern Jesu sind die Auserwählten.
III
Israel, Zeichen der Zeit [Zurück]
Die
Juden haben sich heute, von allen vier Himmelsrichtungen
herkommend, wiederum in Palästina niedergelassen,
obschon sie nicht das auserwählte Volk im verheissenen
Land sind. Was hat also die Rückkehr Israels zu
bedeuten?
Sie
ist ein Zeichen der Zeit.
Man
spricht oft von "Zeichen der Zeit", ohne genau zu
umschreiben, von welcher Zeit es sich handelt. Dieser
Ausdruck ist nahe dem andern Ausdruck von der
„Endzeit".
Als
Jesus von diesen Zeiten sprach, sagte er: „Jerusalem
aber wird zertreten werden, bis vollendet sein werden die
Zeiten der Heiden (die Israelis)" (Lukas 21,24). Israel
stellt heute durch seine Ablehnung Jesus die Heiden dar.
Nach
der Ankunft Jesu Christi, werden diejenigen Menschen als
Heiden bezeichnet, die Jesus als Messias leugnen. Sie sind
Symbole des Heidentums in seinen verschiedenen Formen: der
Antichrist par excellence.
Als
die Juden den Aposteln verboten, von Jesus zu reden, sagten
diese im Gebet zu Gott: „Wahrhaftig, es haben sich
zusammengetan in dieser Stadt gegen deinen heiligen Knecht
Jesus, den du gesalbt hast, Herodes und Pontius Pilatus mit
Heiden und Völkern lsraels" (Apg 4,27).
Das
Wort "gegen" offenbart den "Geist" des Anti-Christen, der in
den „Völkern (Gojim) Israels" wohnt, wobei die
„Völker" gleichviel bedeutet wie die „Heiden
Israels". (siehe der Text: „Der
Antichrist gestern und heute")
Die
Juden wollen glaubhaft machen, dass ihre Rückkehr nach
Palästina "ein grosses Zeichen" und eine wunderbare
Erfüllung der Prophezeiungen aus dem Alten Testament
sei. Nun aber wissen wir, dass diese Prophezeiungen die
Rückkehr der Juden aus der babylonischen Gefangenschaft
betrifft, im 6. Jh. v.Chr.. Lassen wir uns
diesbezüglich nichts vormachen.
Es ist
an der Zeit, dass wir die Prophezeiungen aus dem Neuen
Testament verstehen, die uns vom Ende der Heiden reden. Wir
werden dann begreifen können, wer diese Heiden sind.
Jesus spricht vom "Greuel der Verwüstung an heiliger
Stätte" (Mt 24,15). Zudem sagt uns das Buch der
Offenbarung, dass der Antichrist seine Leute an heiliger
Stätte versammeln werde, in Palästina, und vor
allem in der geliebten Stadt Jerusalem, wo sie von Satan,
und nicht von Gott, aus allen vier Ecken der Erde für
den Krieg nicht für den Frieden versammelt werden
(Offenbarung 20,7 -9).
(siehe
Text: „Der
Schlüssel zur Apokalypse").
IV
Die Haltung der wahren Christen [Zurück]
Welches
muss schliesslich die Haltung der Christen dem heutigen
Staat Israel gegenüber sein?
Wir
müssen zunächst die Worte der Apokalypse
überdenken, um sie danach in die Tat umsetzen. Es sind
Worte, die an alle gerichtet sind, die heute noch Zeugen
Jesus sein wollen: „Du musst von neuem weissagen gegen
viele Völker..." (Offenbarung 10, 11 ).
Empfiehlt
der Herr seinen Aposteln in dieser apokalyptischen Zeit die
Weissagung „von neuem" aufzunehmen, so heisst das, dass
die Mehrheit unter ihnen sich vom Antichristen, den sie
nicht einmal erkannten, verführen liess. Statt ihn
anzuklagen, pflegen sie mit ihm gute Beziehungen. Die
Apokalypse erinnert sie an ihre Pflicht als Apostel und
Jünger Jesus: nach dem Stillschweigen, müssen sie
heute von neuem gegen seinen Feind Israel Zeugnis ablegen.
Als
Christus erschien, nahmen ihn die Seinen nicht auf. Heute
nehmen aber "die Seinen" den Antichristen auf...
Kein
Christ kann die Berechtigung eines jüdischen Staates in
Palästina anerkennen, ohne sich als Christ zu
verleugnen. Denn das würde zugleich bedeuten, dass die
Jünger Jesus nicht das prophetische Israel sind, und
Jesus nicht der Messias.
Jesus
sagte: "Niemand kann zwei Herren dienen". Man kann nicht
zugleich dem Reich Jesus und dem Reich Israel dienen. Man
kann dem Messianismus Jesus nicht treu bleiben, wenn man
nicht gleichzeitig den falschen Messianismus Israels
anklagt. Die Juden wissen das genau, die Christen ignorieren
es.
Neutralität
oder Stillschweigen bedeuten in dieser zentralen Sache
Lauheit: "Du bis weder kalt noch warm. Wärest du doch
eines von beiden. So aber bist du lau, und ich bin daran,
dich aus meinem Munde auszuspeien", spricht der Herr in der
Apokalypse (3,15).
Eine
Positionierung ist also gefragt. Wir werden einst
entsprechend unserem Engagement gerichtet werden. Der Christ
bleibt seinem Engagement treu, indem er die Juden zur
Anerkennung Jesus einlädt, und nicht indem er Israel
anerkennt.
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